Syrien: Direktes Treffen mit israelischer Delegation
Inmitten gewachsener Spannungen hat die syrische Regierung erstmals ein direktes Treffen von Aussenminister Asaad al-Schaibani mit hochrangigen Vertretern Israels bestätigt.

Die Gespräche fanden demnach unter Vermittlung der USA in der jordanischen Hauptstadt Amman statt. Das Treffen sei Teil der Bemühungen, die Spannungen nach den jüngsten israelischen Angriffen auf syrisches Gebiet zu deeskalieren, die Spannungen im Süden Syriens abzubauen und Stabilität in Syrien und der Region zu fördern, erklärte eine Quelle im syrischen Aussenministerium nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana.
Nach Angaben des Nachrichtenportals «Axios» und des israelischen Senders N12 war von israelischer Seite unter anderem Mossad-Chef Roman Gofman vertreten. Das Treffen kam nach Tagen verstärkter Militäraktivitäten Israels in Syrien zustande.
Viele Konfliktpunkte zwischen Israel und Syrien
Israels Armee hat nach dem Sturz des früheren syrischen Langzeitherrschers Baschar al-Assad Ende 2024 Einsätze im südlichen Syrien deutlich ausgeweitet und Truppen in eine von den Vereinten Nationen kontrollierte entmilitarisierte Pufferzone zwischen den von Israel besetzten Golanhöhen und Syrien verlegt. Sie greift zudem immer wieder Ziele in Syrien an, laut eigenen Angaben etwa, um Waffenlager oder militärisches Gerät zu zerstören und mögliche Angriffe feindlich gesinnter Extremisten zu verhindern.
Am vergangenen Dienstag heizte ein Angriff Israels auf einen Militärflugplatz im Nordwesten Syriens zudem die Spannungen mit der Türkei weiter an. Das syrische Aussenministerium und die eng mit der Führung in Damaskus verbundene Türkei verurteilten die Angriffe als Verletzung der Souveränität Syriens. Ankara und Damaskus weisen auch die israelische Darstellung zurück, Syrien habe türkischen Truppen eine Stationierung auf dem Militärflugplatz nahe Aleppo erlaubt.
Der US-Sondergesandte für Syrien und US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, hatte den Angriff als unnötige Eskalation verurteilt und die Vermittlungsbereitschaft der USA betont.
Offiziell im Kriegszustand
Israel und Syrien befinden sich seit 1948 offiziell im Kriegszustand, es wurde nie ein Friedensvertrag geschlossen. Die von Israel 1967 besetzten und 1981 annektierten Golanhöhen sind ein zentraler Streitpunkt. Die Annexion wird international nicht anerkannt.
Aus dem syrischen Aussenministerium verlautete, Syrien habe seinen Standpunkt bekräftigt, dass die Golanhöhen syrisches Hoheitsgebiet seien. Zugleich wies die Quelle darauf hin, dass eine Diskussion über deren endgültigen Status und den Weg zu einer Lösung zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch verfrüht sei. Unmittelbare Priorität habe der Rückzug der israelischen Streitkräfte auf die Linie vor dem Machtwechsel in Syrien.










