Superwahljahr 2026: Auftakt bei Landtagswahlen in Deutschland

Keystone-SDA
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Deutschland,

In Deutschland gilt 2026 als Superwahljahr – in fünf Bundesländern werden Parlamente gewählt. Den Auftakt macht heute das südwestdeutsche Baden-Württemberg.

Deutschland Flagge
Die Deutschlad-Flagge an einem Gebäude. - keystone

Dort regiert seit 2011 der erste und bisher einzige Ministerpräsident Deutschlands von den Grünen, Winfried Kretschmann. Der 77-Jährige tritt nun nicht mehr an. Sein Nachfolger als Regierungschef wird vom Parlament des Bundeslandes – dem Landtag – gewählt.

Seit 8.00 Uhr sind die Wahllokale geöffnet, bis 18.00 Uhr können die Menschen noch ihre Stimmen abgeben.

Spitzenkandidat der Grünen ist Cem Özdemir, ein bekanntes Gesicht in der deutschen Politik. Der 60-Jährige war Abgeordneter im Bundestag in Berlin und im Europaparlament, deutschlandweiter Grünen-Chef sowie Bundeslandwirtschaftsminister und kurzzeitig auch Bundesbildungsminister.

Die christdemokratische CDU von Kanzler Friedrich Merz, die in Baden-Württemberg seit 2016 Koalitionspartnerin der Grünen ist, geht mit ihrem 37-jährigen Landeschef Manuel Hagel ins Rennen. Er wäre der jüngste Ministerpräsident in der Geschichte des Bundeslandes.

Bis Kretschmann kam, hatte die CDU 58 Jahre lang in der Landeshauptstadt Stuttgart den Regierungschef gestellt. In Umfragen lagen die Christdemokraten über viele Monate mit klarem Abstand vorn. In den vergangenen Tagen holten die Grünen aber in mehreren Befragungen deutlich auf – im ZDF-«Politbarometer» lagen sie zuletzt sogar gleichauf bei 28 Prozent.

Die rechtspopulistische AfD kommt in zwei ostdeutschen Bundesländern, in denen im September gewählt wird – Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern -, in Umfragen auf nahezu 40 Prozent. In Baden-Württemberg liegt sie nach den jüngsten Befragungen bei 20 Prozent – das wäre das beste Ergebnis der Partei bei einer Landtagswahl in einem westdeutschen Bundesland. Im Bundestag ist sie bereits zweitstärkste Kraft.

In den vergangenen Tagen stand Hagel wegen zwei kursierender Videos in Zusammenhang mit Besuchen des Politikers in Schulen in der Kritik. In einem acht Jahre alten Interview schwärmt er vom Aussehen einer Schülerin, in einem neuen Video gerät er mit einer Lehrerin im Klassenzimmer verbal aneinander.

Baden-Württemberg mit seinen rund 11,2 Millionen Einwohnern ist eines der wohlhabendsten der 16 deutschen Bundesländer. Wahlberechtigt sind rund 7,7 Millionen Menschen. Erstmals dürfen in Baden-Württemberg auch 16- und 17-Jährige wählen.

Die Beteiligung in den Wahllokalen – also ohne Briefwähler – lag nach Angaben von Landeswahlleiterin Cornelia Nesch um 14.00 Uhr bei gut 41 Prozent und damit rund zehn Prozentpunkte höher als zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021. Vor fünf Jahren hätten coronabedingt aber auch weniger Wähler am Wahltag abgestimmt und dafür mehr per Briefwahl, hiess es.

Kommentare

User #6094 (nicht angemeldet)

«Erstmals dürfen in Baden-Württemberg auch 16- und 17-Jährige wählen.» Und die Schweiz ist immer noch im letzten Jahrtausend stehen geblieben...

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