Auch wegen #MeToo: Immer weniger Männer werden Gynäkologen

Simon Huber
Simon Huber

Zürich,

Immer weniger Männer werden in der Schweiz Gynäkologen. Das ist nicht zuletzt auch so, weil Patientinnen meist Frauen bevorzugen.

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Ein Grossteil der Patientinnen bevorzugt eine Gynäkologin, besonders bei sensiblen Untersuchungen. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Anteil männlicher Gynäkologen ist in der Schweiz deutlich zurückgegangen.
  • Viele Patientinnen bevorzugen heute bewusst eine Ärztin.
  • Auch gesellschaftliche Entwicklungen wie #MeToo beeinflussen die Berufswahl.

Der Anteil männlicher Gynäkologen in der Schweiz nimmt seit Jahren deutlich ab. Vor 15 Jahren waren noch mehr als die Hälfte der Fachärzte Männer. Heute liegt ihr Anteil nur noch bei rund 30 Prozent.

Fühlst du dich bei einer Gynäkologin wohler als bei einem Mann?

Bei den jüngeren Ärztinnen und Ärzten ist der Unterschied noch markanter. Weniger als jeder zehnte angehende Gynäkologe ist männlich.

Frauenanteil in der Ärzteschaft steigt insgesamt

Dieser Wandel geht über den allgemeinen Trend in der Medizin hinaus. Zwar steigt der Frauenanteil in der Ärzteschaft insgesamt, doch in der Gynäkologie verläuft die Entwicklung deutlich schneller. Spitäler versuchen deshalb vermehrt, Männer im Fach zu halten.

Ein wichtiger Grund liegt bei den Patientinnen. Laut einem SRF-Bericht bevorzugen rund 70 Prozent der Frauen eine Gynäkologin. Besonders bei sensiblen Themen fühlen sich viele bei einer Ärztin wohler.

Fachpersonen erklären dies unter anderem mit persönlichen Erfahrungen. Gerade jüngere Frauen oder Patientinnen in den Wechseljahren schätzen den Austausch mit jemandem, der ähnliche körperliche Veränderungen nachvollziehen kann.

Ärzte berichten von Angst vor Missverständnissen

Auch gesellschaftliche Entwicklungen spielen eine Rolle. Die #MeToo-Bewegung hat das Bewusstsein für Themen wie Einwilligung und Machtverhältnisse geschärft.

Einige Ärzte berichten, dass die Angst vor Missverständnissen oder Vorwürfen die Entscheidung gegen das Fach beeinflusst.

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Der Anteil männlicher Gynäkologen nimmt in der Schweiz seit Jahren deutlich ab. (Symbolbild) - keystone

Zudem haben frühere Fehlverhalten und problematische Praktiken in der Ausbildung das Vertrauen teilweise erschüttert. Heute gelten strengere Regeln. Eingriffe müssen klar erklärt und von den Patientinnen ausdrücklich akzeptiert werden.

Experten gehen davon aus, dass der Männeranteil weiter sinken wird. Ganz verschwinden dürften männliche Gynäkologen jedoch nicht.

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Kommentare

User #4461 (nicht angemeldet)

Ich Frau bevorzuge einen Mann. Hatte leider nur schlechte Erfahrungen mit Gynäkologinnen, sie waren sehr grob zu mir. Der Mann nicht, immer sehr feinfühlig und freundlich. Ich gehe seit 25 Jahren zum selben Arzt.

User #1462 (nicht angemeldet)

Immer mehr Frauen werden Gynäkologen

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