Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Rockervereinigung «Bandidos MC Federation West Central» wegen krimineller Machenschaften verboten.
Bandidos-Mitglieder in Dänemark
Bandidos-Mitglieder in Dänemark - SCANPIX DENMARK/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Bundesinnenminister spricht von «bislang grösstem Verbot».

Das gesamte Vermögen des deutschen Rockerablegers werde beschlagnahmt und eingezogen, teilte das Ministerium am Montag mit. Kennzeichen der Gruppe dürften «weder verbreitet noch veröffentlicht oder in einer Versammlung verwendet werden».

Untersagt wurde zudem, Ersatzorganisationen zu bilden. Von dem Vereinsverbot sind nach Schätzungen des Bundeskriminalamts bundesweit etwa 650 Rocker betroffen. «Das bislang grösste Verbot einer kriminellen Rockergruppe zeigt, dass sich der Rechtsstaat nicht an der Nase herum führen lässt», erklärte Innenminister Seehofer.

Eigentlich hatte der Verein nach dem Verbot seiner Untergruppierung «Bandidos MC Hohenlimburg/Witten» im April seine Selbstauflösung erklärt. Die bisherigen Ermittlungen hätten jedoch gezeigt, dass der Verein weiterhin existiere. «Wer unsere Gesetze mit Füssen tritt, verschwindet nicht vom Radar unserer Sicherheitsbehörden, nur weil er seine Selbstauflösung erklärt», teilte Seehofer mit.

Bereits Anfang des Monats war die Polizei auf Seehofers Anweisung mit fast 1800 Beamten in fünf Bundesländern gegen die Rockervereinigung vorgegangen. Sie durchsuchten mehr als hundert Objekte und beschlagnahmten Waffen, Munition und «grössere Mengen Bargeld», wie das Ministerium damals mitteilte.

Seehofer hatte die Razzien wegen des «dringenden Verdachts» auf Straftaten angeordnet. Der Verein strebe «einen territorialen und finanziellen Machtzuwachs gegenüber konkurrierenden rockerähnlichen Gruppierungen an und setzt entsprechende Ansprüche auch mit Gewalt durch», hiess es seinerzeit. Schwerpunkt der Razzien war Nordrhein-Westfalen, Durchsuchungen fanden aber auch in Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen statt.

Die Gruppierung wurde laut Innenministerium 1966 in Houston in den USA gegründet. In Deutschland sei sie seit 1999 vertreten. Als sogenannter Weltklub habe sie heute Ableger in vielen Ländern. Offizieller Zweck des «Bandidos MC Federation West Central» sei die Förderung des gemeinsamen Motorradfahrens und das Veranstalten von Events.

In Nordrhein-Westfalen hatte es in der Vergangenheit mehrere blutige Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Rockergruppierungen Bandidos und Hells Angels gegeben. Gegen mutmassliche Mitglieder der Führungsriege der Bandidos läuft derzeit ein Verfahren vor dem Hagener Landgericht.

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