Schon 18 Wölfe in Park der italienischen Region Abruzzen vergiftet
Die Zahl der Wölfe, die in den vergangenen Tagen im Nationalpark der mittelitalienischen Bergregion Abruzzen getötet worden sind, nimmt weiter zu. Nachdem vergangene Woche der Tod von zehn Wölfen gemeldet wurde, beklagte der Tierschutzverband WWF am Donnerstag, dass die Kadaver weiterer acht Tiere gefunden worden seien.

Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich in allen Fällen um Vergiftungen. Die örtliche Staatsanwaltschaft ermittelt.
Der WWF beklagte ein «fortwährendes Massaker, das das Herz unseres Naturerbes trifft». Das Auslegen von Gift, um Wölfe zu töten, sei eine feige und kriminelle Handlung gegen die Biodiversität und zugleich ein Angriff auf die öffentliche Sicherheit. «Solche Taten dürfen im Jahr 2026 nicht ungestraft bleiben», erklärte die Organisation in einer Pressemitteilung.
Durch das Gift würden nicht nur Wölfe, sondern auch viele andere Tiere sterben, sowohl wild lebende als auch Haustiere. Gefährdet sei auch der Braunbär, ein Symbol der Region Abruzzen, dessen Bevölkerung inzwischen auf nur noch wenige Dutzend Individuen geschrumpft ist – gerade in den Gebieten, in denen Gift ausgelegt wird.
Nach Angaben von Experten leben in Italien rund 3500 Wölfe – mehr als in jedem anderen EU-Land. Spannungen mit der Weidewirtschaft halten an, insbesondere infolge von Angriffen auf Nutztiere. Der Wildtierexperte Piero Genovesi des wissenschaftlichen Instituts ISPRA bezeichnete die Vergiftungen als «äusserst schwerwiegend». Zugleich betonte er, dass ein Zusammenleben von Mensch und Wolf möglich sei, wenn Schutzmassnahmen konsequent umgesetzt würden.













