Schah-Sohn ruft zu weitergehenden Protesten im Iran auf

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Bern,

Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, ruft in einer neuen Botschaft an die Protestbewegung im Iran zur nächsten Phase des Aufstands auf, «um die Islamische Republik zu stürzen».

ARCHIV - Reza Pahlavi, Sohn des 1979 aus dem Iran geflohenen Schahs. Foto: Christiane Oelrich/dpa
ARCHIV - Reza Pahlavi, Sohn des 1979 aus dem Iran geflohenen Schahs. Foto: Christiane Oelrich/dpa - Keystone/dpa/Christiane Oelrich

Neben der Besetzung zentraler Strassen in den Städten seien jetzt auch alle Institutionen, die für die Propaganda der Staatsführung und die Unterbrechung der Kommunikation verantwortlich seien, «legitime Ziele», erklärte er auf der Plattform X. Wegen der Internetsperre ist aber unklar, ob und in welchem Ausmass Menschen im Iran seine Forderungen überhaupt zu sehen bekommen.

Pahlavi rief zudem dazu auf, ausserhalb des Irans an allen iranischen Botschaften und Konsulaten die «schändliche Flagge der Islamischen Republik» gegen die alte Flagge auszutauschen, die zuletzt während der Herrschaft seines Vaters Schah Mohammed Reza Pahlavi genutzt worden war. Dessen prowestliche Monarchie wurde 1979 durch eine islamische Revolution gestürzt. Der Schah verliess das Land mit seiner Familie und starb im Ausland.

Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hatte zuvor der Protestbewegung vorgeworfen, eine Grundlage für eine Militärintervention der USA schaffen zu wollen. Die «Feinde» müssten jedoch wissen, dass die Verteidiger des Landes sie vernichten würden, sagte er laut Übersetzung des Propagandakanals Press TV.

Laut Aktivisten haben sich die Demonstrationen auf 186 Städte ausgeweitet. 483 Demonstranten seien getötet worden, berichtete das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA. Insgesamt seien bisher 544 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch Kinder sowie 47 Sicherheitskräfte. Rund 10.700 Menschen seien festgenommen worden. Man habe im Verlauf der vergangenen 24 Stunden eine «neue Welle» von Daten und Bildmaterial erhalten und prüfe dies, hiess es. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig prüfen.

Irans Behörden haben den Internetzugang für die Bevölkerung fast vollständig gesperrt, auch Telefonleitungen schienen teils nicht mehr zu funktionierten.

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