Russland setzt Telegram-Gründer Durow auf Terrorliste

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Russland,

Die oberste russische Finanzaufsichtsbehörde Rosfinmonitoring hat den Gründer des sozialen Netzwerks Telegram, Pawel Durow, auf ihre Liste der Terroristen und Extremisten gesetzt.

ARCHIV - Telegram-Mitbegründer Pavel Durov lächelt nach seinem Treffen mit dem indonesischen Minister für Kommunikation und Information, Rudiantara, am 1. August 2017 in Jakarta, Ind...
ARCHIV - Telegram-Mitbegründer Pavel Durov lächelt nach seinem Treffen mit dem indonesischen Minister für Kommunikation und Information, Rudiantara, am 1. August 2017 in Jakarta, Ind... - Keystone/AP/Tatan Syuflana

Der Name des am 10. Oktober 1984 in Leningrad (heute St. Petersburg) geborenen, aber bisher nicht verurteilten Russen taucht nun neben vielen anderen Beschuldigten in der entsprechenden Behördendatei auf – ohne nähere Angaben. Rosfinmonitoring steht in der Kritik, dem Kreml als Instrument politischer Willkür gegen Andersdenkende zu dienen.

Am Vortag hatte der Inlandsgeheimdienst FSB Durow Beihilfe zum Terror vorgeworfen und angekündigt, ihn zur Fahndung ausschreiben zu lassen. Hintergrund sind Vorwürfe, dass Telegram auch von den ukrainischen Geheimdiensten genutzt werde. Konkret soll es um Kontaktanbahnung zu Russen gehen, die wiederum im Auftrag Kiews Sabotageakte, Terroranschläge und andere Straftaten begingen. Laut FSB sind mehrere Verdächtige in Haft, deren Aussagen die Vorwürfe gegen Telegram stützen sollen.

Der extrem populäre Messengerdienst verbreitet massenhaft Inhalte in russischer Sprache – sowohl von offiziellen Stellen als auch von Kremlgegnern. Telegram ist in Russland nicht verboten, aber blockiert, kann allerdings mit einem VPN – einer verschlüsselten Internetverbindung – genutzt werden.

Bisher keine Stellungnahme von Telegram

Die russischen Behörden hatten Durow immer wieder aufgefordert, für eine Löschung «extremistischer oder terroristischer Inhalte» zu sorgen. Selbst geäussert zu den neuen Vorwürfen hat sich Durow, der in Dubai lebt und auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, bisher nicht. Auch von Telegram selbst gab es keine Stellungnahme.

Durow hatte im Februar, als die Ermittlungen erstmals bekannt wurden, geschrieben: «Jeden Tag fabrizieren die Behörden neue Vorwände, um den Zugang der Russen zu Telegram einzuschränken, weil sie das Recht auf Privatsphäre und freie Rede einschränken wollen.»

Auch andere Staaten werfen Telegram vor, dass Extremisten oder Kriminelle die verschlüsselte Kommunikation nutzen. Durow wurde 2024 in Frankreich festgenommen, weil sein Messenger solchen Missbrauch nicht verhindere. Der gebürtige Russe kam gegen Kaution frei, das Verfahren läuft weiter.

Kommentare

User #2785 (nicht angemeldet)

Westliche Propaganda verdreht immer die Fakten. Durov ist ein Genie, solche Leute hat der Westen nicht. Er hat ein einziges Platform erfunden, wo die Leute nicht ausspioniert werden, würde jedoch in Frankreich zur Kooperation gezwungen.

User #3712 (nicht angemeldet)

Ein Land mit viel Meinungsfreiheit Toleranz... Scheinbar. Gehe nicht davon aus das die nächste Neutralitäts Initiative nichts damit zu tun hat, das Rohstoff Handel wieder mit diesem Land die Tür öffnet. Weil das brauchen wir definitiv nicht.

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