US-Zölle: Schweizer Firmen erhalten Millionen zurück
Mehrere Schweizer Unternehmen haben von den USA bereits Millionen an Zöllen zurückerhalten. Grund ist ein Gerichtsurteil gegen Teile von Trumps Strafzöllen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein US-Gerichtsurteil erklärte Teile von Trumps Strafzöllen für illegal.
- Schweizer Firmen wie Stadler Rail und Victorinox erhielten deshalb Millionen zurück.
- Die USA zahlten weltweit bereits 86 Milliarden Dollar an Zöllen zurück.
Trotz neuer Zölle von 12,5 Prozent gibt es für die Schweizer Wirtschaft auch positive Nachrichten aus den USA.
Die Regierung von Donald Trump hat in den letzten Wochen Zölle zurückerstattet. Betroffen sind Schweizer Unternehmen und deren US-Partner, denen zu Unrecht Millionen abgezogen wurden.
Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, gibt der Zugbauer Stadler Rail bekannt, dass ihn die Strafzölle rund 10 Millionen Dollar gekostet hätten. Zwei Drittel davon habe man bereits zurückerhalten.

Der Messerhersteller Victorinox beantragte 4,5 Millionen Dollar und erhielt bereits mehr als 4 Millionen ausbezahlt. Auch Kuhn Rikon erhielt über 90 Prozent der geforderten Summe zurück – ein sechsstelliger Betrag.
Der Technologiekonzern ABB bekam ebenfalls Geld zurückerstattet, wenn auch laut eigenen Angaben keine wesentlichen Beträge.
Unklares Vorgehen nach Gerichtsurteil
Grund für die Rückerstattungen ist ein Entscheid des Obersten Gerichtshofs der USA. Dieser hatte im Februar einen Grossteil der Trump-Zölle für illegal erklärt. Dazu gehören auch die Strafzölle von 39 Prozent auf Schweizer Importe zwischen August und Dezember 2025.
Laut der Zeitung war man in der Schweiz zunächst unschlüssig, wie die Rückerstattung ablaufen würde. Manche Firmen prüften zusätzlich Gerichtsklagen, andere reagierten laut dem Bericht gar nicht, teils aus Angst vor möglichen Konsequenzen.
Rückerstattungen laufen besser als erwartet
Jean-Philippe Kohl, Vizedirektor des Techverbands Swissmem, sagte gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Ich bin überrascht, wie gut und verhältnismässig einfach die Rückerstattungen ablaufen.»
Anfangs sei er skeptisch gewesen, ob überhaupt Geld fliessen werde. Wer frühzeitig eine Eingabe bei der US-Zollbehörde CBP gemacht habe, sei damit bislang am besten gefahren, so Kohl.
Gemäss Gerichtsakten haben die USA weltweit bereits 86 Milliarden Dollar an zu viel bezahlten Zöllen zurückgezahlt. Weitere 35 Milliarden Dollar befinden sich in Prüfung.
Das führt zur kuriosen Situation, dass die USA derzeit mehr Geld erstatten, als sie durch neue Zölle einnehmen.













