Polen: Wohl erneut Ballons aus Belarus im Luftraum
Polen hat erneut aus Belarus kommende Flugobjekte in seinem Luftraum entdeckt. Wie das Operative Kommando der Streitkräfte in Warschau mitteilte, ergab eine Analyse der Flugparameter, dass es sich höchstwahrscheinlich um Ballons gehandelt habe. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht im Osten des EU- und Nato-Mitgliedstaats.

Die Armee betonte, es handele sich um einen weiteren in einer Serie von Zwischenfällen hybriden Charakters im Osten Polens. Die Sicherheit des Luftraums sei nicht direkt gefährdet gewesen.
Viele europäische Länder sehen sich hybriden Bedrohungen ausgesetzt, die durch die Kombination militärischer, wirtschaftlicher, geheimdienstlicher oder propagandistischer Mittel zustande kommen. Mit hybriden Angriffen verfolgen staatliche oder nicht staatliche Angreifer etwa das Ziel, Gesellschaften zu destabilisieren. Belarus ist ein enger Verbündeter Russlands. Russland wiederum wird vielfach für hybride Angriffe verantwortlich gemacht.
Die Grenzschutzbehörde geht davon aus, dass es sich um Schmuggelballons handelte, mit denen Waren illegal in die EU gebracht werden sollen. Die genauen Umstände würden untersucht, sagte ein Sprecher nach Angaben der Agentur PAP. Jedes Signal einer Verletzung der Grenzzone zu Belarus oder einer blossen Annäherung an diese werde überprüft.
Ende vorigen Jahres waren vermehrt Wetterballons aus Belarus in den Luftraum über Litauen eingeflogen. Der Flughafen in der Hauptstadt Vilnius musste mehrfach geschlossen werden. Seit Dezember gilt in dem baltischen EU- und Nato-Land deshalb der Ausnahmezustand. Die Ballons werden üblicherweise von Schmugglern eingesetzt, um Zigaretten aus Belarus illegal über die Grenze zu schicken.










