EU

    Polen sollen in Referendum über EU-Asylkompromiss abstimmen

    Keystone-SDA
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    Polen,

    Der EU-Asylkompromiss sieht vor, Flüchtlingshilfe verpflichtend zu machen. Polen fordert hingegen das Selbstbestimmungsrecht jedes EU-Staates.

    Mateusz Morawiecki Innenminister Polen
    Polens Innenminister Mateusz Morawiecki teilt in den Sozialen Medien die Pläne der PiS-Partei. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Polen wird zusätzlich zu den Parlamentswahlen über ein Referendum abgestimmt.
    • Das von der PiS-Partei lancierte Referendum enthält vier Fragen.
    • Infrage gestellt, wird unter anderem ein EU-Asylkompromiss.

    Die Polen sollen in einem Referendum gleichzeitig mit der Parlamentswahl über den EU-Asylkompromiss und eine verpflichtende Aufnahme von Flüchtlingen abstimmen. Die entsprechende Frage soll lauten: «Unterstützen Sie die Aufnahme von Tausenden illegaler Einwanderer aus dem Nahen Osten und Afrika. Nach dem von der europäischen Bürokratie auferlegten Mechanismus der verpflichtenden Aufnahme?»

    Dies gab Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Sonntag in einem auf sozialen Medien verbreiteten Videoclip bekannt. Der Ausgang eines solchen Referendums hätte keinerlei Einfluss auf den Entscheidungsprozess innerhalb der EU. Anfang Juni hatten sich die EU-Innenminister auf eine Reform der Asylpolitik geeinigt.

    Polen wehrt sich gegen EU-Abkommen

    Diese sieht vor, dass die Aufnahme von Flüchtlingen künftig nicht mehr freiwillig, sondern verpflichtend sein soll. Länder, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, würden zu Ausgleichszahlungen gezwungen. Die Regierung in Warschau widersetzt sich. Polen fordert, dass jedes EU-Land selbst darüber entscheiden sollte, wie es Länder mit besonders hohen Migrationszahlen unterstützt.

    In Polen wird am 15. Oktober ein neues Parlament gewählt. Die nationalkonservative Regierungspartei PiS ist wegen hoher Inflation, eines strengen Abtreibungsrechts und diverser Skandale um Vetternwirtschaft unter Druck.

    Referendum beinhaltet vier Fragen

    Vor diesem Hintergrund brachte Parteichef Jaroslaw Kaczynski im Juni die Idee eines Referendums parallel zur Wahl ins Spiel. Ursprünglich sollte es dabei nur um die EU-Migrationspolitik gehen.

    Mittlerweile hat die PiS angekündigt, dass es vier Fragen in dem Referendum geben werde. Die erste betrifft die Privatisierung staatlicher Unternehmen, die zweite die Anhebung des Renteneintrittsalters, die dritte die EU-Asylpolitik. Die vierte Frage soll am Montag bekannt gegeben werden. Die Opposition wirft der PiS vor, sie nutze das Referendum, um zusätzlich Wähler für die Parlamentswahl zu mobilisieren.

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