Papst für Lungen-OP in Klinik - Eingriff am Nachmittag
Papst Leo XIV. ist für seine bevorstehende Operation an der Lunge im Spital angekommen. Das Oberhaupt von weltweit etwa 1,4 Milliarden Katholiken erreichte die Gemelli-Klinik im Nordwesten von Rom in einem schwarzen Auto und mit Polizeieskorte, wie auf Videoaufnahmen zu sehen war.

Der Eingriff sollte nach Angaben aus dem Vatikan am Nachmittag stattfinden.
Leo werde dort von dem thoraxchirurgischen Ärzteteam unter der Leitung des Professors Stefano Margaritora operiert, hiess es vom Heiligen Stuhl. Eine genaue Uhrzeit für den Eingriff war zunächst nicht offiziell bestätigt. Weitere Informationen sollten im Laufe des Abends bekanntgegeben werden.
Nach der kurzen Fahrt vom Vatikan zum Spital wurde der Papst von zahlreichen Menschen empfangen, die sich versammelt hatten, um ihn zu begrüssen. Er betrat anschliessend die Klinik durch den Haupteingang.
Der 71 Jahre alte Pontifex hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass bei ihm ein «Knoten in der Lunge» entdeckt worden sei. Dieser sei bei Kontrollen in einem «sehr frühen Stadium» entdeckt worden und «gut lokalisiert». Leo fügte hinzu: «Die Ärzte halten einen Eingriff für angebracht.» Ihrem Rat folgend habe er sich entschlossen, sich operieren zu lassen, um den Knoten entfernen zu lassen.
Mit seiner Bekanntgabe hat Leo eine für einen Papst ungewöhnliche Offenheit im Umgang mit seiner Gesundheit gezeigt. Es ist das erste grössere gesundheitliche Problem, das zumindest öffentlich bekannt wurde. Der Vatikan hielt traditionell den Gesundheitszustand der Päpste streng unter Verschluss.
Ein Knoten in der Lunge kann sehr unterschiedliche Ursachen haben: zurückliegende Entzündungen oder Infekte, gutartige Wucherungen – aber auch Lungenkrebs oder Metastasen eines Tumors an anderer Stelle im Körper. Endgültige Klärung, ob ein Knoten gutartig oder bösartig ist, bringt oft erst eine Gewebeprobe. Viele zufällig entdeckte Knoten sind nicht krebsartig.
Es ist nicht offiziell bekanntgegeben worden, welche genaue Art von Eingriff am Papst vorgenommen wird. Bei der Entfernung eines einzelnen Lungenknotens sind ernste Komplikationen prinzipiell eher selten. Das Risiko hängt aber auch davon ab, wie gross der Eingriff ist und wie gut Lunge und Herz funktionieren.
Vatikan-Sprecher Matteo Bruni hatte im Vorfeld erklärt, nach dem Eingriff brauche Leo etwa eine Woche Erholung. In der Gemelli-Klinik am Rande der italienischen Hauptstadt gibt es einen extra für Aufenthalte von Päpsten vorgesehenen Trakt. Wegen einer Renovierung wird Leo Medienberichten zufolge jedoch nicht in dem dazugehörigen Papst-Zimmer untergebracht sein.
Wegen des Krankenhausaufenthaltes wurden alle Audienzen des Papstes bis einschliesslich 20. Oktober abgesagt. Auch Leos geplante Teilnahme am Mittwoch am Abschlussgottesdienst auf dem Petersplatz des internationalen Bischofstreffens zu Ehe und Familie im Vatikan musste abgesagt werden.
Im kommenden Monat steht für ihn eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru auf dem Programm. In Peru war der frühere weltweite Chef des Augustinerordens viele Jahre als Missionar und Bischof tätig. Teil der Reise ist auch ein Besuch der Stadt Cusco in 3.400 Metern Höhe. Bei einigen Besuchern führt die Höhe zu Atemproblemen und Höhenkrankheit.














