Westjordanland

    Olmert sieht «ethnische Säuberungen» im Westjordanland

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Israel,

    Der ehemalige israelische Ministerpräsident Ehud Olmert wirft der amtierenden Regierung eine «organisierte Kampagne ethnischer Säuberungen» und «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» im palästinensischen Westjordanland vor. In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung «Haaretz» schrieb Olmert, man könne nicht die Augen davor verschliessen, was sich dort täglich ereigne. Olmert nannte Pogrome, verletzte Kinder und Eltern, in Brand gesetzte Felder und Besitztümer sowie grossangelegten Diebstahl von Rindern und Schafen, der wichtigsten Lebensgrundlage vieler Bewohner.

    olmert
    Der ehemalige Ministerpräsident Ehud Olmert kritisiert Israels Vorgehen im Westjordanland scharf. - keystone

    Aus Sicht von Olmert ist das Kabinett von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dafür verantwortlich. Hochrangige Minister wollten das Westjordanland dem Staat Israel einverleiben und die dort lebenden Palästinenser vertreiben.

    «Dies sind harte Worte», schrieb Olmert. «Noch nie zuvor wurden gegen eine israelische Regierung und das gesamte Verteidigungsestablishment derart schwerwiegende Vorwürfe erhoben, schon gar nicht von jemandem, der einst die oberste Verantwortung für Israels Sicherheit trug.» Doch nach einer langen und schmerzhaften Zeit der Zurückhaltung bleibe ihm keine andere Wahl, als die Dinge offen auszusprechen.

    Die israelische Regierung weist Vorwürfe systematischer Vertreibungen oder völkerrechtswidriger Handlungen im Westjordanland regelmässig zurück und betont das Recht auf Selbstverteidigung sowie die Bekämpfung militanter Strukturen.

    Olmert führte die israelische Regierung von 2006 bis 2009 und trat nach Korruptionsermittlungen zurück. Er bekleidet heute kein offizielles Amt. Der 80-Jährige zählt zu den schärfsten ausserparlamentarischen Kritikern der Regierung von Netanjahu.

    Kommentare

    User #2284 (nicht angemeldet)

    Der Nahost-Konflikt muss für alle Seiten einigermaßen adäquat gelöst werden, sonst ist auch in Europa und Nordamerika niemand mehr sicher. Das Massaker der Hamas am 7. Oktober war dumm und nicht weitsichtig.

    User #2577 (nicht angemeldet)

    Israël sägt beharrlich am Ast auf dem es sitzt.

    Weiterlesen

    x
    83 Interaktionen
    Pfäffikon ZH
    Beni Durrer
    402 Interaktionen
    Auswanderer

    MEHR IN POLITIK

    3 Interaktionen
    New York/Khartum
    Zohran Mamdani
    10 Interaktionen
    New York
    António Costa
    3 Interaktionen
    New York
    netanyahu
    Tel Aviv/New York

    MEHR WESTJORDANLAND

    Israel
    Westjordanland
    Israel Militär Westjordanland
    Im Westjordanland
    siedlungen westjordanland
    9 Interaktionen
    Handel
    Westjordanland
    7 Interaktionen
    London

    MEHR AUS ISRAEL

    asd
    15 Interaktionen
    Jerusalem
    haifa
    22 Interaktionen
    Tel Aviv
    Chan Junis
    Gazastreife
    macron
    New York