Nordkorea will Streumunition getestet haben

Keystone-SDA
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Bern,

Nordkorea hat bei jüngsten Raketenstarts nach eigenen Angaben mehrere neue Waffensysteme getestet. Unter den in dieser Woche abgefeuerten Geschossen seien auch mit Streumunition bestückte ballistische Raketen gewesen, berichtete Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Ebenfalls habe Nordkorea Graphitbomben und elektromagnetische Waffen getestet – beides sind Waffensysteme, mit denen elektrische Infrastruktur lahmgelegt werden soll, etwa die Stromversorgung. Nordkoreas Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen.

ARCHIV - Die von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA am 14.03.2026 zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt nach Angaben von KCNA einen Testabschuss mehrerer Raketen...
ARCHIV - Die von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA am 14.03.2026 zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt nach Angaben von KCNA einen Testabschuss mehrerer Raketen... - Keystone/KCNA via KNS/Uncredited

Am Mittwoch hatte Südkoreas Militär mehrere Raketenstarts aus Nordkorea registriert, darunter ballistische Kurzstreckenraketen mit einer Flugdistanz von etwa 240 bis 700 Kilometern. Nordkorea ist es gemäss Resolutionen des UN-Sicherheitsrats grundsätzlich untersagt, ballistische Raketen abzufeuern.

Als Streumunition werden Waffensysteme bezeichnet, die innerhalb der Luft aufbrechen und viele kleine Sprengkörper über ein grosses Gebiet freisetzen. Wegen der flächenmässig grossen Streuung und den damit verbundenen verheerenden Konsequenzen für die Zivilbevölkerung sind Streubomben international geächtet. Zudem gibt es bei Streumunition eine hohe Blindgängerrate. Seit 2010 ist mit dem sogenannten Oslo-Übereinkommen eine völkerrechtlich bindende Konvention zum Verbot von Streubomben in Kraft getreten. Nordkorea ist nicht Teil des Abkommens. Zuletzt setzte auch der Iran bei Angriffen auf Israel Streumunition ein.

China kündigte unterdessen einen heute beginnenden Besuch von Aussenminister Wang Yi im Nachbarland Nordkorea an. China sei zu mehr Austausch mit Pjöngjang bereit, hiess es.

Kommentare

User #2073 (nicht angemeldet)

Logisch muss man sowas erst mal testen, oder. Sonst wüsste man ja gar nicht, wie sich das Zeug in der Gegend verstreut.

User #4268 (nicht angemeldet)

Was hat die UNO in den letzten Jahren bewirkt? Diese enormen Betriebskosten könnte man humaner einsetzen.

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