Niedersachse mit fortschreitendem Muskelschwund darf früher geimpft werden

AFP
AFP

Deutschland,

Ein an fortschreitendem Muskelschwund und Ateminsuffizienz leidender Niedersachse wird bei der Vergabe von Corona-Impfterminen gleichberechtigt mit Menschen aus der höchsten Prioritätsstufe berücksichtigt.

Justitia
Justitia - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Verwaltungsgericht: Fürsorgepflicht erfordert höhere Einstufung.

Jemand mit einer solch schweren Vorerkrankung müsse wie ein über 80-Jähriger behandelt werden, teilte das Verwaltungsgericht Göttingen am Mittwoch mit. Dies erfordere auch die staatliche Fürsorgepflicht. (AZ. 4 B 48/21)

Der Mann ist pflegebedürftig und kann beim Kontakt mit Pflegekräften aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen. Darum kann es sich nicht durch Isolation vor einer Ansteckung schützen. Er wollte mit einem Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz erreichen, dass er sofort geimpft wird. Dies lehnte das Gericht ab.

Allerdings erkannte es seinen Anspruch an, in die höchste Priorisierungsstufe eingruppiert zu werden. Laut Impfreihenfolge wäre der Mann eigentlich in der zweiten Gruppe. Die ausnahmslose Zuordnung von Menschen mit Krankheiten, die einen schweren oder tödlichen Verlauf von Covid-19 erwarten liessen, in diese zweite Gruppe verstosse aber in diesem Einzelfall gegen die gesetzgeberische Wertung, hiess es vom Gericht.

Die staatliche Fürsorgepflicht schliesse es aus, in der Impfreihenfolge diejenigen, die aufgrund individueller Umstände ganz konkret am wahrscheinlichsten mit dem Tod bedroht sind, hinter Menschen einzuordnen, für die das nur aufgrund abstrakter Annahmen wie beispielsweise dem Alter gelte.

Mehr zum Thema:

Kommentare

Weiterlesen

Klimawurst
20 Interaktionen
«Klimawurst»
Ueli Schmezer
223 Interaktionen
Ueli Schmezer

MEHR IN POLITIK

Bern
2 Interaktionen
Peking
10 Interaktionen
Teheran/Washington
3 Interaktionen
Washington

MEHR AUS DEUTSCHLAND

a
Wegen Timmy
rené casselly
1 Interaktionen
Jubiläumsstaffel
Wal
26 Interaktionen
Wal-Drama
TAP
9 Interaktionen
Frankfurt/Main