Neue gegenseitige Angriffe zwischen Iran und Israel

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Israel,

Iran und Israel haben sich das erste Mal seit der im April zwischen Teheran und Washington vereinbarten Waffenruhe gegenseitig angegriffen.

Menschen suchen Schutz, als die Luftschutzsirenen vor ankommenden iranischen Raketen warnen. Foto: Oded Balilty/AP/dpa
Menschen suchen Schutz, als die Luftschutzsirenen vor ankommenden iranischen Raketen warnen. Foto: Oded Balilty/AP/dpa - Keystone/AP/Oded Balilty

Israels Luftwaffe habe Ziele im Westen und im Zentrum des Irans ins Visier genommen, teilte das israelische Militär in den frühen Morgenstunden auf der Plattform X mit. Wenige Stunden zuvor hatte der Iran Israel mit Raketen beschossen. Auch am Morgen feuerte das Land erneut Raketen auf Israel.

Der iranische Staatssender Irib und die Nachrichtenagentur Irna berichteten unterdessen, dass in der Hauptstadt Teheran Explosionen zu hören gewesen seien. Wohngebiete innerhalb der Stadt wurden demnach nicht getroffen. Der Angriff folgte auf iranische Raketenangriffe auf Israel am Abend zuvor.

Am späten Sonntagabend hatten Staatsmedien der Islamischen Republik mehrere Raketensalven auf Israel gemeldet. Irans zentrales Militärkommando bestätigte die Raketenangriffe. In einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung begründeten die Streitkräfte die Attacke mit «wiederholten Verstössen» der israelischen Armee gegen die Waffenruhe im Libanon. Irans Streitkräfte zielten eigenen Angaben unter anderem auf den israelischen Luftwaffenstützpunkt Ramat David.

Laut dem israelischen Militär wurden alle Raketen der ersten Wellen abgefangen.

In mehreren Gegenden Israels heulten nach neuem iranischem Raketenbeschuss am Morgen die Warnsirenen. Unter anderem im Zentrum und im Süden des Landes gab es Raketenalarm. Etliche Menschen mussten erneut Schutz in Bunkern vor dem Angriff suchen. Zuvor hatten sie eine Warnung per Handy erhalten. «Die Verteidigungssysteme sind im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen», teilte das israelische Militär mit.

Israelischen Berichten zufolge wurden bei einem iranischen Raketenangriff am Morgen mehrere Häuser in einer israelischen Siedlung im besetzten Westjordanland beschädigt. Nach Angaben des israelischen Militärs ist auch eine Rakete aus dem Jemen in Richtung Israel abgefeuert worden. Im Jemen operiert die vom Iran unterstützte militant-islamistische Huthi-Miliz.

Das israelische Militär griff nach eigenen Angaben im Südwesten Irans, in der Hafenstadt Mahschahr, eine Anlage der petrochemischen Industrie an. Die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, berichtete unter Berufung auf einen stellvertretenden Gouverneur der iranischen Provinz Chusesten, dass Teile der Anlage bei dem Luftangriff beschädigt worden seien. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

US-Präsident Donald Trump telefonierte in der Nacht zum Montag mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Medien berichteten, dass Trump Netanjahu dazu aufforderte, auf Gegenangriffe gegen Teheran zu verzichten. An den Iran appellierte er laut dem US-Sender Fox News, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein Abkommen zu schliessen.

Gegenüber der «Financial Times» hatte sich Trump zuversichtlich geäussert, dass es trotz der jüngsten Eskalation ein Abkommen geben wird. «Das wird keinerlei Auswirkungen auf das Abkommen haben», sagte Trump in einem Telefoninterview der Zeitung.

Zudem werde Netanjahu keine andere Wahl haben, als ein Abkommen zu akzeptieren, das die USA mit dem Iran aushandelten. «Ich habe das alleinige Sagen. Er hat nicht das Sagen», meinte der US-Präsident demnach mit Bezug auf den israelischen Ministerpräsidenten.

Israel hatte am Sonntag in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen – trotz einer Waffenruhe im Libanon, die unter Vermittlung von den USA zustande gekommen war. Die Armee habe in Beirut «Terroristen-Hauptquartiere» als Reaktion auf vorherigen Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen, teilten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz mit.

Die Hisbollah ist der wichtigste nicht staatliche Verbündete des Irans. Teheran hatte zuvor gewarnt, dass weitere israelische Angriffe auf den Grossraum Beirut als neuer Eskalationsschritt in der regionalen Konfrontation gewertet würden.

Am 28. Februar hatten Israel und die USA ihren Krieg gegen den Iran begonnen. Teheran reagierte mit massiven Angriffen auf Israel und die Golfstaaten mit Raketen und Drohnen. Zuletzt hat der Iran in der Nacht auf den 8. April Raketen auf Israel abgefeuert. Am selben Tag einigten sich die USA und der Iran auf eine zunächst zweiwöchige Waffenruhe, die später verlängert wurde. Trump knüpfte diese auch an die Öffnung der Strasse von Hormus. Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beendigung des Kriegs haben aber bisher keine Einigung gebracht.

Die Waffenruhe für den Libanon, wo Israel gegen die Hisbollah-Miliz vorgeht, war Mitte April verkündet worden. Vergangene Woche einigten sich Israel und der Libanon auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Feuerpause. Die libanesische Regierung ist keine Kriegspartei. Die Hisbollah-Miliz verhandelt nicht mit Israel und lehnte die vereinbarten Bedingungen ab.

Kommentare

User #2680 (nicht angemeldet)

Mit Terroristen sollten keine Abkommen geschlossen werden. Diese sollten endgültig eliminiert werden. Würden die angegriffenen Länder des Nahen Ostens gemeinsam gegen Iran vorgehen, wären die Mörder-Mullahs schnell dort, wo sie hingehören.

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