Nach dem Deal setzt Trump Kiew und Europa unter Druck
Der Deal von Trump sorgt für Streit. Washington droht mit dem Stopp des Waffen-Beschaffungssystems für Kiew.

Trump hat einen Deal verkündet: Die USA kaufen bis zu 4,8 Millionen Tonnen russischen Diesel. Dafür sollen die US-Sanktionen gegen den Import russischer Energieressourcen fallen, wie der Präsident laut «BR24» erklärte.
Vor den Zwischenwahlen am 3. November will Trump die Dieselpreise im eigenen Land senken. Laut Centre for Research and Clean Air könnten Russland-Ölkonzerne durch den Deal rund 4,5 Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Franken) einnehmen.
Auf der Plattform Truth Social forderte Trump ein Ende der ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien. Zudem riet er der ukrainischen Bevölkerung, einen neuen Präsidenten zu wählen, der den Deal abschliessen könne.
Trump erhöht mit dem Deal den Druck auf Europa
Die US-Regierung habe europäischen Regierungen mit dem Ende des Beschaffungssystems für Waffenlieferungen an die Ukraine gedroht, berichtet «BR24». Washington wolle Kiew damit zwingen, seine Angriffe auf die russischen Erdölraffinerien einzustellen.
Zusätzlich hätten US-Regierungsvertreter gedroht, die Geheimdienstinformationen für die ukrainische Luftabwehr und Zielerfassung einzustellen. Über das Beschaffungssystem kaufen die europäischen Unterstützerstaaten und Kanada US-Waffen und Munition für die Ukraine.
Am Sonntag erklärte Trump eine Energie-Waffenruhe im Krieg zwischen Russland und der Ukraine für sofort gültig. Beide Seiten hätten zugestimmt, sagte er, doch Selenskyj habe davon aus den Medien erfahren.
So reagieren Kiew, Moskau und Europa auf den Deal
Die Ukraine führte in der Nacht auf Montag keine Angriffe auf russische Erdölraffinerien durch, sagte Selenskyj laut «BR24». Russland habe unmittelbar nach Trumps Erklärung dennoch einen gezielten Angriff durchgeführt, sagte der ukrainische Präsident.

Der Deal dürfte an den Zapfsäulen kaum etwas bewirken, sagt Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft laut «ORF». Die sofort zugesagte Menge sei zu gering, der Weltmarktpreis werde sich nicht signifikant ändern.
Der frühere Energie-Staatssekretär Michael Kellner warnt laut der «Berliner Zeitung» vor einem Deal zulasten Europas. Amerikaner und Russen könnten demnach die Gewinne untereinander teilen und Europa dabei zusätzlich unter Druck setzen.
















