Missbrauchsopfer fordern mehr Dialog beim Papstbesuch

    Keystone-SDA
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    Frankreich,

    Vor dem Papstbesuch in Frankreich hat der Verband zur Entschädigung von Missbrauchsopfern kritisiert, dass Leo XIV. sich nicht mit Opferverbänden, sondern nur mit einer kleinen Zahl von Betroffenen treffen will.

    Papst Leo XIV.
    Papst Leo XIV. - keystone

    Von einer «verpassten Chance» sprach die Präsidentin der unabhängigen Anerkennungsstelle (Inirr), Marie Derain de Vaucresson, in Paris. Angesichts einer Problematik, die systemischen Charakter habe, müsse es vonseiten der Kirche ein systemisches Vorgehen und eine kollektive Antwort geben, statt lediglich Einzelgespräche.

    Statt sich in Lourdes am Sonntag voraussichtlich nur mit einer kleinen Zahl von Betroffenen zu treffen, hätte der Papst einen ganztägigen Austausch mit einer grösseren Gruppe von 250 bis 300 Opfern suchen sollen, sagte de Vaucresson.

    Die katholische Kirche in Frankreich habe bei der Aufarbeitung der Missbrauchsproblematik enorme Arbeit geleistet. «Diese Erfahrung sollte den Vatikan dazu anregen, laut und deutlich den Willen zu bekunden, weiterhin die Wahrheit über diese Realität ans Licht zu bringen, und die nationalen Bischofskonferenzen der verschiedenen Länder dazu bewegen, sich entschlossen zu engagieren.»

    Die Dynamik bei der Aufarbeitung von Missbrauch in der katholischen Kirche müsse weiter vorangetrieben werden. «Ich würde dem Papst gerne genau das sagen, und ich glaube, ich würde mir auch wünschen, dass er sich zu diesem Thema klar und deutlich äussert», sagte de Vaucresson. Es sei Zeit, dass nicht nur Opfer das Wort ergriffen, sondern dass die Institutionen ihnen zuhörten.

    Die unabhängige Anerkennungsstelle wurde nach der Vorlage einer erschütternden Studie zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Frankreich geschaffen. Zwischen 2022 und Sommer 2026 haben sich knapp 2.000 Opfer an die Anerkennungsstelle gewendet, wie die Inirr-Präsidentin bei der Vorlage eines Abschlussberichtes mitteilte. Durchschnittlich erhielten die Opfer eine Entschädigungszahlung von rund 35.000 Euro.

    In der katholischen Kirche in Frankreich sind nach der im Oktober 2021 vorgelegten Studie seit den 1950er Jahren laut Hochrechnungen 216.000 Kinder und Jugendliche Opfer von sexuellem Missbrauch geworden. Nur eine kleine Zahl Betroffener hatte sich vor der Veröffentlichung der Studie aber der Kirche oder den Behörden gegenüber als Opfer zu erkennen gegeben.

    Papst Leo XIV. macht bei seinem ersten Frankreichbesuch von Freitag bis Montag Station in Paris, Lourdes und Metz.

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    Kommentare

    User #2988 (nicht angemeldet)

    Der soll seinen Laden jetzt zusammenräumen und verschwinden. Diese Missbräuche haben alles total unglaubwürdig gemacht.

    User #4696 (nicht angemeldet)

    Missbrauchsopfer fordern mehr Dialog mit dem Teufel 👿

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