Milei beschimpft Sánchez in Madrid als «Diktator» und «Dieb»
Argentiniens Präsident Javier Milei hat bei einem Besuch in Spanien den Regierungschef Pedro Sánchez als «Diktator» und «Dieb» beschimpft.

Er wolle sich während seines Aufenthaltes in Madrid auf keinen Fall mit Sánchez treffen, sagte der ultraliberale Politiker bei einem Auftritt auf einem Forum in der spanischen Hauptstadt. «Ich werde keinen Verbrecher und Dieb wie Sánchez besuchen, denn dann müsste ich mir die Taschen zunähen lassen, damit ich nicht ausgeraubt wieder herauskomme», sagte er.
Ausserdem warf Milei Sánchez in Madrid vor, den massiven Ansturm von Migranten auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta gezielt gefördert zu haben, um bei Wahlen mehr Stimmen zu bekommen. Ende Juli waren nach verschiedenen Schätzungen bis zu 80.000 Migranten nach Ceuta gelangt. Mehr als 80 von ihnen starben – Hilfsorganisationen gehen von einer deutlich höheren Zahl aus.
Nach spanischen Regierungsangaben sind die meisten Ankömmlinge inzwischen nach Marokko zurückgekehrt. Der Ansturm hatte in der EU massive Kritik an Madrid ausgelöst, vor allem von konservativen Regierungen und Parteien.
Eine Stellungnahme der linksgerichteten Regierung in Madrid zu Mileis Äusserungen gab es zunächst nicht. Der staatliche Fernsehsender RTVE kommentierte, Milei habe sich mit seinen Aussagen in den spanischen Wahlkampf eingemischt. Am 29. November finden im EU-Land vorgezogene Parlamentswahlen statt. Diese hatte Sánchez ausgerufen, nachdem das Parlament mehrere Massnahmen gegen die Wohnungsnot gekippt hatte.
Rückendeckung vom Chef der Rechtspopulisten in Madrid
Die rechtspopulistische Partei Vox könnte bei der Abstimmung Umfragen zufolge ihre derzeit 33 Sitze etwa verdoppeln und bei der Bildung der neuen Regierung eine entscheidende Rolle spielen. Parteichef Santiago Abascal sagte, Mileis Äusserungen seien keine Beleidigungen. «Ich habe Sánchez schon mehrfach als Tyrann und Autokrat bezeichnet.» Sánchez sei «eine Gefahr für Spanien». Milei sei dagegen «ein Freund und ein Verbündeter».
Es ist nicht das erste Mal, dass Milei bei einem Besuch in Spanien für einen diplomatischen Eklat sorgt. Der Mann, der sich als «Anarchokapitalist» bezeichnet, hatte bereits 2024 in Madrid Sánchez und dessen Frau Begoña unter anderem als korrupt bezeichnet. Aussenminister José Manuel Albares sprach damals von einem «Frontalangriff auf unsere Demokratie, auf unsere Institutionen und auf Spanien». Die Regierung von Sánchez zog seine Botschafterin in Buenos Aires für mehrere Monate ab.










