Leihmutter-Affäre: Jens Spahn tritt auf Druck von seinem Amt zurück
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Unionsfraktionsvorsitzenden Jens Spahn zum Rücktritt aufgefordert. Hintergrund ist eine Leihmutterschaft. Spahn nimmt den Hut.

Das Wichtigste in Kürze
- Kanzler Merz fordert Jens Spahn zum Rücktritt auf.
- Dieser teilt mit: Ich trete zurück.
- Sein persönliches Glück - eine Familie zu gründen - sei nicht mit seinem Amt vereinbar.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat in seiner Funktion als CDU-Chef den Unionsfraktionsvorsitzenden Jens Spahn zum Rücktritt aufgefordert. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld des Parteivorsitzenden.
Der CDU-Politiker Spahn war unter Druck geraten, weil er und sein Mann die Hilfe einer Leihmutter in den USA in Anspruch genommen hatten.
Er und sein Ehemann Daniel Funke wurden dadurch Väter.
Gleichzeitig wird bekannt: Spahn nimmt den Hut.
In einem Schreiben, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, schreibt er, ihm sei bewusst geworden, dass sein persönliches Glück, eine Familie zu gründen, nicht vereinbar sei mit seinem politischen Amt.
Und weiter: «Denn der Spagat zwischen meiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an mich als Vorsitzenden unserer Fraktion ist grösser geworden, als ich es erwartet hatte.»
Die «zunehmende Unerbittlichkeit» in der öffentlichen Auseinandersetzung habe ihn sehr nachdenklich gemacht. «Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben», mahnte der CDU-Politiker.
Andere Regeln für Politiker?
Spahns Elternschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA sorgte für zunehmende Unruhe in der CDU. Mehrere Parteifreunde legen dem Unionsfraktionschef den Rücktritt nahe.
Denn es sei «hochproblematisch», wenn der Eindruck entstehe, dass für Politiker andere Regeln gelten würden.
Denn in Deutschland ist Leihmutterschaft verboten, Spahn selbst kämpfte in der Vergangenheit für das Verbot.
Im «Bild»-Podcast von Paul Ronzheimer sagte Spahn zuvor. «Es ist einfach toll, es ist ein tolles Gefühl», sagt er darüber, endlich Vater zu sein. Schon lange hätten er und Daniel den Wunsch gehegt, ein Kind zu haben. «Und jetzt sind wir eine Familie.»













