Merz begründet Hilfe für Ukraine mit deutschem Interesse
Bundeskanzler Merz sagt der Ukraine bei einem Überraschungsbesuch in Kiew Militärhilfe zu und verweist auf russische Cyberangriffe in Deutschland.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat in Kiew die teils umstrittene deutsche Hilfe für die Ukraine verteidigt, meldet der «Deutschlandfunk». Gerade in diesem Jahr und vor dem Winter diene die Unterstützung zutiefst den nationalen Interessen Deutschlands, so Merz.
Als Beispiel führte Merz tägliche Cyberangriffe aus Russland auf deutsche Rechenzentren und Datennetze an. Ohne weitere Hilfe für die Ukraine würden solche Attacken laut Merz nicht enden, sondern noch häufiger auftreten.
Wichtigstes Ziel sei für Merz der Erhalt der politischen Ordnung in der EU, berichtet der «Deutschlandfunk». Diese Ordnung werde nicht nur in der Ukraine, sondern in ganz Europa bedroht, sagte der Kanzler.
Neue Zusagen für die Ukraine
Für Militärhilfe kündigte Merz laut «Deutschlandfunk» eine Milliarde Euro (etwa 932,7 Milionen Franken) an. Für den Energiesektor weitere 350 Millionen Euro (etwa 326,4 Millionen Franken). Zudem sollen nach Angaben aus Regierungskreisen bald Tausende Abfangdrohnen an die ukrainischen Streitkräfte geliefert werden.
Offiziell wurden bei dem Besuch 14 Kooperationen im Wert von 6,6 Milliarden Euro (etwa 6,1 Milliarden Franken) vereinbart, schreibt «T-Online». Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte dagegen selbst von einem Wert von 8,5 Milliarden Euro (etwa 7,9 Milliarden Franken) gesprochen.
Der Nürnberger Konzern Diehl soll neue Einheiten des Flugabwehrsystems Iris-T in die Ukraine liefern. Zudem soll ein deutsches Unternehmen der Ukraine 15'000 Drohnen beschaffen, schreibt das Portal weiter.
Drohnenalarm bei Besuch in der Ukraine
Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Sonntag überraschend in die Ukraine gereist, wie das «ZDF» berichtet. Begleitet wurde er von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, der Ukraine sicherte er «all unsere Unterstützung» zu.

Kurz nach der Ankunft des Kanzlers ertönten in Kiew die Sirenen. Eine russische Drohne traf nach Angaben der Behörden eine Brücke in der ukrainischen Hauptstadt.
Merz appellierte laut «Deutschlandfunk» an den russischen Staatspräsidenten: «Hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf.» Zu Gesprächen über ein Ende des Krieges sei man bereit, aber erst nach Ende der Kämpfe.












