Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich zum Abschluss des EU-Gipfels enttäuscht über die ablehnende Haltung zu einem Spitzentreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geäussert.
Merkel beim EU-Gipfel in Brüssel
Merkel beim EU-Gipfel in Brüssel - POOL/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Kanzlerin: Auch im Kalten Krieg waren immer Gesprächskanäle offen.

«Das betrübt mich etwas», sagte die Kanzlerin am Freitag in Brüssel. Selbst zur Zeit des Kalten Krieges habe es stets Gesprächskanäle mit Russland gegeben, betonte Merkel. Eine «souveräne Europäische Union» müsse ihrer Meinung nach in der Lage sein, ihre Interesse gegenüber Putin zu vertreten.

Deutschland und Frankreich hatten die EU-Partner am Mittwoch mit einem Vorschlag für mögliche Gipfeltreffen mit Putin überrascht. Insbesondere osteuropäische Länder, die traditionell eine harte Haltung gegenüber Russland einnehmen, lehnten dies ab.

Dies zeige, dass die EU-Staaten «untereinander nicht so viel Vertrauen haben, dass wir dort selbstbewusst und klar auftreten können», sagte Merkel weiter. «Dass der russische Präsident kein einfacher Partner ist, ist ja unbestritten.»

Der französische Aussenminister Jean-Yves Le Drian äusserte Unverständnis über das Nein der Partner: «Die EU muss auf hohem Niveau mit Russland sprechen», forderte er bei einem Treffen mit US-Aussenminister Antony Blinken in Paris

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