Meloni reagiert auf Krawalle mit strengen Sicherheitsmassnahmen

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    Italien,

    Nach gewaltsamen Ausschreitungen in mehreren italienischen Städten prüft Meloni Ausgangssperren und weitere Sicherheitsmassnahmen. Zusätzliche Soldaten sind im Gespräch.

    Giorgia Meloni
    Giorgia Meloni will mit ihrer Regierung die öffentliche Sicherheit stärken und weitere gewaltsame Ausschreitungen in Italien verhindern. (Archivbild) - keystone

    Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will nach schweren Krawallen weitere Ausschreitungen verhindern. Wie der «Deutschlandfunk» berichtet, beriet ihr Kabinett bei einer mehrstündigen Krisensitzung über mögliche Ausgangssperren und Massnahmen gegen Strassenblockaden.

    Auslöser waren Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten, die zunächst friedlich verliefen. In Mailand, Turin und Bologna eskalierte die Lage, als vermummte Personen Schaufenster einschlugen und Geschäfte sowie Supermärkte plünderten.

    Laut dem «N-TV» prüft die italienische Regierung technische Möglichkeiten, um mögliche Ausgangssperren durchzusetzen. Auch Massnahmen gegen Strassenblockaden stehen zur Diskussion.

    Meloni plant Dekret und 500 zusätzliche Soldaten nach Krawallen

    Der Ministerrat soll am Dienstag ein entsprechendes Gesetzesdekret verabschieden. Vize-Regierungschef Matteo Salvini erklärte laut dem «N-TV», dass 500 zusätzliche Soldaten nach Mailand geschickt werden könnten.

    Besonders schwer waren die Ausschreitungen im Zentrum Mailands. Rund um den Domplatz beschädigten meist schwarz gekleidete und vermummte Personen Schaufenster und plünderten Geschäfte.

    Unterstützt du Melonis hartes Vorgehen gegen die Krawalle in Italien?

    Der «Deutschlandfunk» berichtet von 271 Jugendlichen, die in Mailand vorübergehend festgenommen wurden. Fünf Jugendliche kamen in Untersuchungshaft.

    Verletzte, Millionenschäden und geschlossene Geschäfte

    Nach offiziellen Angaben wurden mindestens 14 Sicherheitskräfte verletzt. Die Mailänder Staatsanwaltschaft sprach von einem Ausmass seltener Gewalt, während die Sachschäden Schätzungen zufolge mehrere Millionen Euro erreichen.

    Laut dem «N-TV» schlossen mehrere Luxusgeschäfte am Mailänder Domplatz aus Angst vor neuen Krawallen. Die Behörden wollen mit zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen weitere Gewalttaten verhindern.

    Auch in Frankreich reagierte die Regierung auf Ausschreitungen. Der «Deutschlandfunk» schreibt, dass Premierminister Sébastien Lecornu nach den dortigen Unruhen Ausgangssperren für mehrere Städte angekündigt hat.

    Meloni steht vor der nächsten Parlamentswahl

    Meloni regiert Italien seit vier Jahren an der Spitze einer Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien. Im kommenden Jahr findet die nächste Parlamentswahl statt.

    Ihre Partei Fratelli d’Italia steht laut dem «N-TV» unter zusätzlichem Druck. Verantwortlich dafür ist Futuro Nazionale, eine neuere politische Kraft rechts von Melonis Partei.

    Meloni
    Meloni steht vor der nächsten Parlamentswahl unter politischem Druck und muss sich gegen neue Konkurrenz aus dem rechten Lager behaupten. (Archivbild) - keystone

    Auch im linken Lager laufen die Vorbereitungen auf die Wahl. Die Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei PD, Elly Schlein, will gegen Meloni antreten.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #6379 (nicht angemeldet)

    Es ist an der Zeit, dass die Soziale Partei Partito Democratico wieder an die Macht kommt. Meloni ist gescheitert und führt Italien in ein Desaster.

    User #6332 (nicht angemeldet)

    ...wie wäre "hartes Vorgehen" vor den Kravallen...???

    Weiterlesen

    Polizei Mailand Proteste
    57 Interaktionen
    Kam zu Plünderungen
    7 Interaktionen
    Rom
    Giorgia Meloni
    6 Interaktionen
    Letzte Hürde folgt

    MEHR AUS ITALIEN

    Sascha Britschgi Serie A
    1 Interaktionen
    3 Schweizer auf Bank
    Mikroplastik
    17 Interaktionen
    Umweltbelastung
    italien
    23 Interaktionen
    Proteste und Schulden