Mehr als 100 Menschen in Nigeria von Dschihadisten entführt
Mutmassliche Dschihadisten haben im Nordosten Nigerias ein Dorf angegriffen und nach Angaben örtlicher Vertreter mehr als 100 Menschen entführt. Zudem seien mehrere Zivilisten und Soldaten getötet worden, als Angreifer den Ort Ngoshe im Bundesstaat Borno überfielen, sagte Gemeindesprecher Shuaibu Dabawa der Deutschen Presse-Agentur. Ein Senator aus dem Bundesstaat, Ali Ndume, bestätigte den Angriff.

Bewaffnete Kämpfer sollen ihren Angaben zufolge am Dienstagabend in grosser Zahl in das Dorf eingedrungen seien und um sich geschossen haben. Viele Bewohner seien daraufhin geflohen. Die Angreifer hätten mehr als 100 Menschen verschleppt und auch einen Militärstützpunkt im Ort überrannt.
Örtliche Medien berichteten von etwa 20 Todesopfern, darunter 14 Soldaten. Eine Stellungnahme des Militärs lag zunächst nicht vor.
Im Nordosten Nigerias kämpfen seit mehr als 15 Jahren dschihadistische Gruppen wie die Terrormiliz Boko Haram und der mit der Terrormiliz Islamischer Staat verbundene Ableger IS Westafrika (ISWAP) gegen den Staat. Nach Angaben von Hilfsorganisationen wurden dabei mehr als 40.000 Menschen getötet und rund zwei Millionen vertrieben.
Auch in anderen Regionen des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas kommt es immer wieder zu schweren Angriffen bewaffneter Gruppen. Die Vielzahl an Sicherheitskrisen überdehnt die Kräfte der Sicherheitsbehörden des Landes.
Die USA unterstützen Nigeria seit kurzem verstärkt im Anti-Terror-Kampf. Nach einem US-Luftangriff an Weihnachten, der sich gegen bewaffnete Gruppen richtete, trafen Mitte Februar rund 100 US-Soldaten im Land ein, die nigerianische Streitkräfte ausbilden und beraten sollen.










