Frauenquote

    Koalition einigt sich grundsätzlich auf Frauenquote für Vorstände

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    Die grosse Koalition im Bund hat sich grundsätzlich auf eine verbindliche Frauenquote in Unternehmensvorständen geeinigt.

    Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD)
    Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die deutsche Koalition hat sich für eine Frauenquote in Unternehmen ausgesprochen.
    • Die Rede ist konkret von den Unternehmensvorständen.
    • Den definitiven Entscheid trifft die Koalitionsspitze nächste Woche.

    Die grosse Koalition im Bund hat sich grundsätzlich auf eine verbindliche Frauenquote in Unternehmensvorständen geeinigt.

    In Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern müsse künftig ein Mitglied eine Frau sein, teilte das Bundesjustizministerium am Freitag mit. Darauf habe sich die vom Koalitionsausschuss eingesetzte Arbeitsgruppe am Abend geeinigt.

    Ein «historischer» Durchbruch

    Für Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes wurde demnach eine Aufsichtsratsquote von mindestens 30 Prozent und eine Mindestbeteiligung in Vorständen vereinbart. Bei den Körperschaften des öffentlichen Rechts wie den Krankenkassen und bei den Renten- und Unfallversicherungsträgern sowie bei der Bundesagentur für Arbeit soll ebenfalls eine Mindestbeteiligung eingeführt werden.

    Das Ergebnis wird in der nächsten Woche den Koalitionsspitzen zur abschliessenden Entscheidung vorgelegt. Unmittelbar danach werde die Ressortabstimmung und die Länder- und Verbändebeteiligung eingeleitet, sodass der Kabinettsbeschluss zeitnah erfolgen kann, teilte das Ministerium weiter mit.

    Giffey
    Bundesfamilienministerin Franziska Giffey heisst den Beschluss gut. (Archivbild) - AFP

    «Das ist ein grosser Erfolg für die Frauen in Deutschland und bietet gleichzeitig eine grosse Chance sowohl für die Gesellschaft als auch für die Unternehmen selbst», erklärte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD).

    Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sprach von einem «historischen» Durchbruch. «Wir machen Schluss mit frauenfreien Vorstandsetagen in den grossen Unternehmen. Wir setzen ein Zeichen für eine zukunftsfähige, moderne Gesellschaft», erklärte sie.

    Teil des Führungspositionen-Gesetzes

    Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), erklärte mit Blick auf die Regelung im öffentlichen Dienst, bei Unternehmen mit mehrheitlicher Bundesbeteiligung und den Krankenkassen, der Bund gehe «mit gutem Beispiel voran». «Gemischte Teams sind ein Erfolgsrezept ? nicht nur in Krisenzeiten», fügte sie hinzu.

    Die Frauenquote ist Teil des Führungspositionen-Gesetzes. Bundesfamilienministerin Giffey hatte gemeinsam mit Bundesjustizministerin Lambrecht bereits vor mehreren Monaten einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der zunächst aber auf Ablehnung bei der Union stiess.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Berlin
    1 Interaktionen
    Berlin

    MEHR FRAUENQUOTE

    führungspositionen
    19 Interaktionen
    Motion
    Berliner Theatertreffen
    1 Interaktionen
    Berlin
    Frauenanteil Verwaltungsrat
    14 Interaktionen
    Für Verwaltungsräte
    Viola Amherd
    40 Interaktionen
    Vorstoss der SVP

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    df
    4 Interaktionen
    Im Allgäu
    lufthansa
    Wegen Kabinen-Geruch
    52 Interaktionen
    München