Kiews Verteidigungsminister spricht mit Pistorius über Hilfe
Die Ukraine und ihre westlichen Verbündeten wollen bei einer neuen Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe in der nächsten Woche über weitere militärische Hilfe für das von Russland angegriffene Land beraten. Das teilte der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara nach einem Telefonat mit seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius (SPD) mit. Ein Datum für das Treffen im sogenannten Ramstein-Format nannte Chmara nicht.

Der Minister informierte Pistorius nach eigenen Angaben über die verstärkten Luftangriffe durch Russland mit Drohnen und ballistischen Raketen – und den Mangel an Abwehrraketen für Kiew. Die Ukraine fordert seit Monaten, dass die westlichen Verbündeten ihre Lieferzusagen für Abwehrraketen einhalten. Beide Seiten hätten auch über gemeinsame Projekte in der Rüstungsindustrie gesprochen, sagte Chmara.
Der Schutz vor den russischen Angriffen habe Vorrang, sagte der Minister. Zudem bleibe auch die finanzielle Unterstützung durch die Partner für die Stabilität der Ukraine von entscheidender Bedeutung. Der Verteidigungsetat der Ukraine weist eine Milliardenlücke auf, weil Geld, das für das zweite Halbjahr vorgesehen ist, bereits vor allem für Drohnenangriffe auf Russland eingesetzt wurde. Die Mittel fehlen nach offiziellen Angaben nun für die Finanzierung des Militärs.
Zuletzt hatte sich die Kontaktgruppe für Verteidigungsfragen der Ukraine im sogenannten Ramstein-Format am 18. Juni im Nato-Hauptquartier in Brüssel getroffen. Den Vorsitz hatten Grossbritannien und Deutschland gemeinsam. Nach der Sitzung kündigte Pistorius nach ukrainischen Angaben die Lieferung einer dreistelligen Anzahl von Abwehrraten aus deutschen Beständen an die Ukraine sowie die gemeinsame Produktion von bodengestützten Robotersystemen an.
Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.










