Kanton Bern plant neues Gefängnis - Thorberg-Zukunft ungewiss

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    Die Tage der bernischen Strafanstalt Thorberg sind womöglich gezählt. Der Berner Regierungsrat verzichtet auf die Totalsanierung, weil die Kosten in keinem günstigen Verhältnis zum Nutzen stehen.

    Gefängniszelle
    Bezahlt eine Person eine Busse wiederholt nicht, folgt ein Aufgebot für eine geringe Ersatzfreiheitsstrafe. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Er will die Anstalt in Krauchthal bis 2030 funktionstüchtig erhalten und weiterbetreiben.

    Zugleich wird Bern mit den anderen zehn Kantonen des Strafvollzugskonkordats Nordwest- und Innerschweiz ausloten, wie die benötigten Haftplätze dereinst aufgeteilt werden.

    Der Kanton Bern stellt zurzeit innerhalb des Konkordats besonders viele Vollzugsplätze. Er strebt nach einer Entlastung, wie Polizeidirektor Philippe Müller (FDP) am Dienstag vor den Medien deutlich machte. Der Konkordatssekretär Benjamin Brägger zeigte sich offen für Gespräche.

    Auf dem Thorberg leben heute 180 Straftäter. Die Zahl der Haftplätze muss wegen der modernen Flächenanforderungen so oder so auf 130 reduziert werden, denn eine Erweiterung ist aufgrund der geographischen Gegebenheiten nicht möglich.

    In den alten Gebäuden ist der zeitgemässe Strafvollzug keine einfache Aufgabe. Eine Sanierung wäre kostspielig, zumal die Gebäude unter Denkmalschutz stehen. Aus heutiger Sicht sprächen überzeugende Argumente für die längerfristige Aufgabe des Standorts, schreibt die Berner Regierung.

    Auch andere Gefängnisse und Justizvollzugsanstalten im Kanton sind veraltet. Zudem hat es generell zu wenig Plätze. Der Regierungsrat hat deshalb einen Masterplan beschlossen, den er am Dienstag präsentierte.

    In drei Phasen soll der Justizvollzug erneuert werden. Herzstück in der ersten Phase ist ein Neubau mit rund 250 Haftplätzen irgendwo im Berner Jura oder im Seeland. Weiter soll im Regionalgefängnis Thun ein Annexbau mit 80 Plätzen entstehen.

    Weitere Anstalten - darunter die Frauenanstalt Hindelbank - sollen saniert werden. Schliessen will die Regierung das baufällige Regionalgefängnis Biel.

    Der Masterplan sieht vor, dass dem Kanton Bern in Zukunft 1099 Haftplätze zur Verfügung stehen. Das wären 147 mehr als heute. Die Erneuerung des Justizvollzugs hat ihren Preis: Gemäss Masterplan will die Regierung etwa 580 Millionen Franken in die Infrastruktur der Gefängnisse und Anstalten investieren.

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