Kanada vergibt Milliardenauftrag an TKMS – Signal Richtung USA

Maja Bojic
Maja Bojic

Deutschland,

Kanada setzt bei neuen U-Booten auf TKMS. Der Milliardenauftrag gilt als Zeichen für mehr Eigenständigkeit innerhalb der Nato.

TKMS Kanada
Kanada vergibt einen Milliardenauftrag an TKMS für neue U-Boote. (Archivbild) - afp

Kanada will seine neue U-Boot-Flotte von TKMS bauen lassen. Der deutsche Marineschiffbauer erhält den Auftrag für bis zu zwölf moderne U-Boote.

Die Entscheidung fiel zugunsten des deutsch-norwegischen Programms 212CD aus. Das Modell soll die veraltete Victoria-Klasse der kanadischen Marine ersetzen und deren Fähigkeiten stärken.

TKMS-Chef Oliver Burkhard erklärte laut der «ZDFheute», die Technologie des U-Boots ermögliche besonders lange Einsätze unter Wasser. Zudem sei das Modell gemeinsam mit Norwegen und Deutschland für arktische Anforderungen entwickelt worden.

Gemeinsame Plattform für Nato-Partner

Dem «Nordic Defence Sector» zufolge plant Kanada mit dem Programm eine langfristige Zusammenarbeit mit Deutschland und Norwegen. Zusammen könnten die drei Länder künftig über bis zu 24 baugleiche U-Boote verfügen.

Die einheitliche Plattform soll laut der norwegischen Regierung die Zusammenarbeit bei Ausbildung, Wartung und Einsätzen erleichtern. Dadurch könnten die Partner ihre maritimen Fähigkeiten innerhalb der Nato stärker verbinden.

Ist der U-Boot-Auftrag für TKMS ein wichtiges Signal?

TKMS setzte sich im Auswahlverfahren gegen den südkoreanischen Anbieter Hanwha Ocean durch. Burkhard betonte laut der «ZDFheute», dass die deutsche Technologie international konkurrenzfähig geblieben sei.

Auftrag aus Kanada stärkt deutschen Standort

Der U-Boot-Deal gilt als bedeutender Erfolg für die deutsche Rüstungsindustrie. Die «Tagesschau» berichtet, dass der Auftrag langfristige Auslastung für TKMS und neue Perspektiven für den Standort Wismar schaffen könnte.

Gebaut werden sollen die U-Boote in Kiel und Wismar. Am Standort Wismar könnten nun bis zu 1500 Arbeitsplätze entstehen.

Burkhard erklärte gegenüber der «ZDFheute», die Produktion eines U-Boots betreffe zahlreiche Zulieferer ausserhalb der Küstenregionen. Rund 25 Prozent der Wertschöpfung eines Bootes entstünden demnach in Bayern.

Signal in Richtung Washington

Der Auftrag wird auch politisch bewertet. Laut der «Tagesschau» zeigt die Zusammenarbeit, dass Kanada und europäische Partner mehr Verantwortung für ihre Sicherheit übernehmen wollen.

Burkhard sagte der «ZDFheute» zufolge, die Entscheidung sende ein Signal «auch in Richtung Washington». Gleichzeitig bleibe die Zusammenarbeit mit den USA innerhalb der Nato weiterhin wichtig.

Kanada U-Boot-Besatzungsmitglied
Ein U-Boot-Besatzungsmitglied trägt das Abzeichen der U-Boot-Streitkräfte in Kanada. (Symbolbild) - keystone

Die Bundesregierung unterstützte den Auftrag aktiv. Vertreter mehrerer Ministerien warben in Kanada für die deutsche Lösung und die langfristige Partnerschaft.

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Kommentare

User #3184 (nicht angemeldet)

Bravo Kanada, wendet euch vom Bananenstaat USA ab! Sollten wir auch tun!

User #2436 (nicht angemeldet)

Unser Oberst a.D. und Bundesrat will sicher auch noch ein paar von den Dingern.

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