Iran warnt Golfstaaten vor massiver Vergeltung
Iran droht den Golfstaaten mit Angriffen auf Kraftwerke und Entsalzungsanlagen, sollten die USA erneut iranisches Staatsgebiet angreifen.

Teheran hat den Golfstaaten mit verheerenden Gegenschlägen gedroht, wie das «tageblatt.lu» unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Der Iran habe gewarnt, die Region «Land für Land in Dunkelheit zu stürzen».
Ein Golfstaat-Vertreter teilte AFP mit, Teheran habe über Vermittler eine «lange Liste möglicher Ziele» übermittelt. Die Drohung sei «sehr ernst» gewesen – neben Kraftwerken nannte der Iran auch Entsalzungsanlagen als mögliche Ziele.
Die Golfregion ist aufgrund ihrer Wüstenlandschaften stark auf Entsalzungsanlagen für die Trinkwasserversorgung angewiesen. Ein Angriff auf diese Infrastruktur hätte für die Bevölkerung verheerende Folgen.
Iran bedroht Energieversorgung
Iran warnte zudem, jeder US-Angriff auf iranisches Staatsgebiet würde Vergeltungsmassnahmen gegen kritische Energieinfrastruktur der gesamten Region nach sich ziehen. Diese Botschaft wurde demnach laut «Onvista» im Rahmen hochrangiger diplomatischer Kontakte übermittelt.
Auslöser war eine Drohung von US-Präsident Donald Trump, das Energienetz des Iran anzugreifen. Am 2. August erklärte Trump, er habe einer Absage des Angriffs zugestimmt: falls rasch eine Einigung erzielt werden könne.
Katar, Oman und Saudi-Arabien hatten Washington laut «Onvista» aufgefordert, einen erneuten Konflikt abzuwenden. Dies auch vor dem Hintergrund iranischer Warnungen, wonach weitere US-Angriffe die Region in einen «Feuerball» verwandeln könnten.
Saudi-Arabien rechnet mit Angriffen
Wie «T-Online» berichtet, stellt sich Saudi-Arabien auf «mehrere koordinierte Angriffe» irakischer Milizen in Zusammenarbeit mit den iranisch unterstützten Huthi-Rebellen ein. Ein saudischer Regierungsbeamter verwies auf «mehrere Geheimdienstberichte», wonach Milizen «in Koordination mit den Huthis» Ziele in Saudi-Arabien angreifen wollten.

Als Reaktion darauf wollen Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan laut Reuters-Insidern ein Verteidigungsabkommen unterzeichnen. Ein saudischer Regierungsvertreter warnte dabei vor einer wachsenden Bedrohung durch vom Iran unterstützte Gruppen.
Ebenfalls auf der iranischen Zielliste soll das Ghawar-Ölfeld in Saudi-Arabien stehen, das rund fünf Prozent des weltweiten Ölbedarfs deckt. Seit den US-Angriffen ist der saudische Ölexport um rund ein Drittel eingebrochen.












