Proteste im Iran: Währung weiter unter Druck

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Iran,

Inmitten schwerer Proteste gegen die autoritäre Staatsführung im Iran gerät die Landeswährung weiter unter Druck. Ein Euro kostete auf dem freien Devisenmarkt erstmals mehr als 1,7 Millionen Rial, wie iranische Finanzportale berichteten.

ARCHIV - Der iranische Oberste Richter Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi nimmt an einer Feier auf dem Palästina-Platz in Teheran teil.») Foto: Rouzbeh Fouladi/ZUMA Press Wire/dpa
ARCHIV - Der iranische Oberste Richter Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi nimmt an einer Feier auf dem Palästina-Platz in Teheran teil.») Foto: Rouzbeh Fouladi/ZUMA Press Wire/dpa - Keystone/ZUMA Press Wire/Rouzbeh Fouladi

Die Währung hat damit seit Ausbruch der Demonstrationen vor mehr als einer Woche noch einmal mehr an Wert verloren.

Ausgelöst wurden die Proteste durch einen Schock am iranischen Devisenmarkt, der zunächst in der Hauptstadt Teheran wütende Händler auf die Strasse trieb. Die Demonstrationen schlugen jedoch rasch in politischen Protest um, der mit Härte von der Staatsmacht verfolgt wird. Am Montag kündigte die Justiz der Islamischen Republik an, ohne Nachsicht vorzugehen.

Die Regierung hat unterdessen erste Wirtschaftsreformen auf den Weg gebracht. Präsident Massud Peseschkian und sein Kabinett strichen unter anderem Subventionen für Importeure, die bislang von einem staatlich begünstigten Wechselkurs profitiert hatten. Am Montag warnte Irans Regierungssprecherin, dass dies zunächst zu einem Preisanstieg führen könnte.

Viele Menschen gehen auch wegen fehlender Zukunftsperspektiven auf die Strassen. Seit Jahren bereits haben die schwere Situation am Arbeitsmarkt und die hohe Inflation die Mittelschicht im Iran erodieren lassen. In den sozialen Medien klagten Nutzer, dass ein Liter Speiseöl mancherorts inzwischen teurer sei als in Deutschland. Zum Vergleich: der durchschnittliche Monatslohn im Iran beträgt umgerechnet nur einige Hundert Franken.

Kommentare

User #1188 (nicht angemeldet)

Das es denn Iraner wirtschaftlich schlecht geht hat sicher nichts mit den Sanktionen zu tun oder?

User #4542 (nicht angemeldet)

Langsam aber offenbar immer sicherer merken Menschen hüben und drüben, wer sie unterdrückt, belügt und ausnimmt; gut so!

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