Hälfte der Schweizer Bevölkerung schluckt wöchentlich Medikamente

    Keystone-SDA
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    Neuchâtel,

    Jeder zweite Schweizer über 15 greift mindestens einmal wöchentlich zum Medikament. 1992 waren es noch 38 Prozent gewesen.

    Schweizer und Medikamente
    Schaufenster einer Apotheke in Zürich: Der Betrieb dürfte florieren, denn die Hälfte der Schweizer greift mindestens einmal die Woche zur Arznei. (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Jeder zweite Schweizer konsumiert einmal in der Woche Medikamente.
    • Ob krank oder nur chronische Beschwerden – 85 Prozent fühlen sich im Anschluss gesund.

    Mindestens einmal wöchentlich greift jeder zweite Schweizer über 15 zum Medikament. 1992 waren es noch 38 Prozent gewesen. Und die Mittel scheinen zu wirken.

    Obwohl ein Drittel über chronische Beschwerden klagt, fühlen sich 85 Prozent gesund bis sehr gesund. Ihre Lebensqualität bezeichnen sogar 92 Prozent der 22'000 Befragten als gut bis sehr gut.

    Ein Grossteil der Schweizer verdankt das den Schmerzmitteln. Fast ein Viertel hat 2017 mindestens einmal pro Woche eine Kopfwehpille oder ähnliches eingeworfen. Das sind doppelt so viele wie noch 1992.

    Das Vorurteil, Männer seien wehleidiger, wird von neuen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) widerlegt. Von den Medikamenten-Konsumenten sind 55 Prozent weiblich.

    Auf der Hitliste der am meisten genutzten Arzneien folgen auf die Schmerzmittel Blutdrucksenker mit 16 Prozent. Danach folgen Cholesterinsenker mit acht Prozent und Herzmedikamente mit sieben Prozent. Jeder 20ste bedient sich bei Schlaf-, Beruhigungsmitteln und Antidepressiva. Letztere werden seit 2007 immer beliebter, während der Konsum von Psychopharmaka allgemein stabil geblieben ist.

    Vermehrt Komplementärmedizin

    Komplementärmedizin ersetzt immer öfter die Chemie. 29 Prozent der Bevölkerung unterzogen sich 2017 mindestens einer komplementärmedizinischen Behandlung wie Akupunktur, chinesische Medizin, Homöopathie oder Osteopathie. 2002 nahm nur jeder Sechste Alternativmedizin in Anspruch.

    Frauen vertrauen der Komplementärmedizin öfter als Männer. Mehr als ein Drittel der weiblichen Wohnbevölkerung nutzt Alternativen zur klassischen Heilkunde, bei den Männern ist es nur ein Fünftel. Personen mit hoher Bildung setzen zu einem guten Drittel auf Komplementärmedizin, fast doppelt so häufig wie Leute mit obligatorischem Schulabschluss.

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