Grüne wollen «Sozialpakt» für Umbau zu Klimaneutralität

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    Eine Woche vor der Wahl wollen die Grünen bei einem eintägigen Parteitag am Sonntag den Fokus auf die sozialverträgliche Bekämpfung des Klimawandels legen.

    Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock
    Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Baerbock: «Klima und Soziales konsequent zusammen denken».

    Der sechsseitige Leitantrag des Parteivorstands, der AFP am Mittwoch vorlag, sieht eine Reihe von Massnahmen vor, um den klimagerechten Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft sozial abzufedern. Das Papier trägt den Titel «Ein Sozialpakt für klimagerechten Wohlstand».

    «Natürlich ist der Umbau einer Industriegesellschaft hin zu Klimaneutralität eine Mammutaufgabe», sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die zuerst über den Leitantrag berichtet hatten. «Und wir werden sie nur bewältigen, wenn wir Klima und Soziales konsequent zusammen denken.»

    Mit dem Sozialpakt wolle die Partei Beschäftigten Sicherheit im Übergang bieten, soziale Härten vermeiden und neue Jobs schaffen. Wer vor grossen Herausforderungen stehe, müsse unterstützt werden, so die Kanzlerkandidatin.

    «Ohne konsequenten Umbau auf nachhaltigen Wohlstand werden unser Wirtschaftsmodell und damit auch unsere Sozialsysteme über kurz oder lang zusammenbrechen», heisst es in dem Papier. Die Klimakrise sei «das grösste Risiko für die soziale Sicherheit und den Wohlstand in unserem Land». Die kommende Bundesregierung müsse daher eine «Klimaregierung» sein. «Sie muss das Tempo beim Klimaschutz verdreifachen, quer durch alle Sektoren», so der Leitantrag.

    Konkret schlägt die Partei unter anderem einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung für Beschäftigte vor. Die Arbeitslosenversicherung soll zu einer Arbeitsversicherung weiterentwickelt werden, «die nicht erst dann auf den Plan tritt, wenn jemand bereits arbeitslos geworden ist, sondern durch Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote Arbeitslosigkeit verhindert». Für die besonders vom Wandel betroffenen Unternehmen und Branchen wollen die Grünen eine Qualifizierungs-Kurzarbeit schaffen, um Entlassungen zu verhindern.

    Die Unternehmen selbst will die Partei unter anderem durch bessere Abschreibungsmöglichkeiten für klimafreundliche Investitionen unterstützen. Ein staatliches Programm solle über zehn Jahre hinweg 500 Milliarden Euro zusätzliche Investitionen in Klimaneutralität, Digitalisierung und Infrastruktur fliessen lassen.

    Aufgeführt ist auch, wie die Folgen eines klimagerechten Umbaus von Wirtschaft und Gesellschaft für Mieterinnen und Mieter sowie Menschen mit geringem Einkommen abgefedert werden sollen. So soll der CO2-Preis beim Heizen von den Vermietern getragen werden.

    Die Bundesförderung für den Bau von Sozialwohnungen wollen die Grünen dauerhaft erhöhen. Auch solle eine «neue Wohngemeinnützigkeit» eingeführt werden: Vermieterinnen und Vermieter, «die sich zu dauerhafter Sozial- und Mietenbindung verpflichten, erhalten im Gegenzug Steuervergünstigungen und Investitionszulagen».

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Ärzte ohne Grenzen
    204 Interaktionen
    Ding Dong
    Mauschelei-Vorwürfe an Zürcher Gebäudeversicherung
    21 Interaktionen
    Amtsmissbrauch?

    MEHR IN POLITIK

    Ukraine EU
    44 Interaktionen
    Luxemburg
    donezk
    Kramatorsk

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Manuel Neuer Bayern München
    18 Interaktionen
    Nach Mega-Bock
    Bärbel Bas
    19 Interaktionen
    Berlin
    Josef Settele
    Halle
    Friedrich Merz
    21 Interaktionen
    Berlin