Ist die drohende Gasnotlage eine noch grössere Zerreissprobe für unsere Gesellschaft als die Pandemie? Winfried Kretschmann blickt mit Sorge auf den kommenden Winter.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) macht sich Sorgen über eine mögliche Gasnotlage.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) macht sich Sorgen über eine mögliche Gasnotlage. - Bernd Weissbrod/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat vor einem Auseinanderreissen der Gesellschaft im Fall einer Gasmangel-Lage im Winter gewarnt.

«Wenn wir in eine Gasnotlage reinlaufen, werden die Fliehkräfte gross sein. Grösser als bei Corona, und dieses Problem haben wir ja noch zusätzlich an der Backe», sagte der Grünen-Politiker am Montagmorgen anlässlich des Krisengipfels Gas in Stuttgart bei der Begrüssung der Teilnehmer.

«Patriotismus gefragt»

Deshalb werde es in den nächsten Monaten vor allem darum gehen, «dass wir uns in den wesentlichen Punkten nicht auseinanderdividieren lassen». Kretschmann mahnte: «Dabei ist auch unser Patriotismus gefragt.» Für Deutschland, die freiheitlich-demokratische Ordnung und Europa.

Kretschmann bat den Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, zu erklären, nach welchen Kriterien das Gas in einer Notlage verteilt werde. Vor allem die Industrie im Südwesten wolle wissen, «ob gewährleistet ist, dass der Süden dabei nicht benachteiligt wird». Es seien hier «grosse Ängste» im Spiel. «Eine solche Benachteiligung muss natürlich auf jeden Fall vermieden werden», verlangte der Regierungschef. Müller war bei dem Gipfel per Video zugeschaltet.

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