Frankreichs Arbeitgeberchef warnt vor Bewaffnung zum Selbstschutz
Nach den massiven Plünderungen in Frankreich am Rande der Sozialproteste wächst die Sorge, dass Geschäftsleute sich zum Schutz ihrer Läden selbst bewaffnen könnten.

«Ich verstehe sie, aber ich rate ihnen davon ab», sagte der Chef des französischen Arbeitgeberverbandes (Medef), Patrick Martin, dem Sender RMC. «Wir halten weiterhin am Rechtsstaat fest, auch wenn dieser in diesem Fall offensichtlich versagt hat», sagte der Verbandschef. «Man darf nicht in die Falle tappen, die die extreme Linke und der Schwarze Block stellen und die sich nichts sehnlicher wünschen als einen Bürgerkrieg.»
Von Plünderungen in Paris, Marseille und anderen Städten am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten waren am Samstag und Sonntag nach Angaben der Regierung landesweit rund 3.000 Geschäfte betroffen. Ihnen wurde Hilfe zugesichert.
In der Fussgängerzone von Bordeaux etwa waren nach einem Bericht des Senders Europe1 einige Geschäftsleute bereit, sich auch mit Waffen zu schützen. «Wenn Randalierer auftauchen, sind wir bewaffnet. Mit Waffen, die wehtun oder Angst einflössen», sagte der Inhaber eines Bekleidungsgeschäfts. «Zum Beispiel mit Eisenstangen. Wir nehmen die Stange und schlagen sie damit nieder. Das tun wir, weil der Staat seine Arbeit nicht macht. Das ist die einzige Lösung.»
Caroline, eine Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft, sagte dem Sender, dass sie sich dafür entschieden habe, eine Tränengasdose griffbereit zu halten. «Da wir nur zu zweit in unserem Geschäft sind, habe ich eine Tränengasdose hinter mir. Sie liegt dort in meiner Schublade. Ich werde sie herausholen, falls wir jemals in Gefahr sein sollten», sagte sie. Sophie, eine weitere Ladenbesitzerin, wollte sich aber keine Waffe beschaffen und hatte eher Angst vor eine Auseinandersetzung mit möglichen Plünderern. «Ich will mein Leben nicht für Handyhüllen riskieren», sagte sie auf Europe1.










