Frankreich plant Hochsicherheitsgefängnis im Amazonas-Dschungel

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Frankreich,

    In einem Neubau im französischen Überseegebiet sollen bis zu 500 Häftlinge ohne Kontakt zu kriminellen Netzwerken untergebracht werden.

    Ministère de la Justice
    3D-Darstellung des geplanten Hochsicherheitsgefängnis mitten im Amazonas-Dschungel von Französisch-Guyana. - Ministère de la Justice

    Das Wichtigste in Kürze

    • Frankreich plant ein 400-Millionen-Euro-Hochsicherheitsgefängnis im Amazonas.
    • In Gefängnis in Französisch-Guayana sollen Drogenhändler und Islamisten inhaftiert werden.
    • Durch die Distanz soll ein Kontakt mit Drogennetzwerken unmöglich werden.

    Die USA unter Präsident Donald Trump deportiert Bandenmitglieder in ein Mega-Gefängnis in El Salvador. Auch Frankreich will Drogenkriminelle in Lateinamerika unterbringen – wählt aber einen anderen Ansatz.

    Investitionen von 400 Millionen Euro

    Justizministers Gérald Darmanin hat Pläne bekannt gegeben, ein neues Hochsicherheitsgefängnis im Überseegebiet Französisch-Guayana zu errichten. Dieses soll als Haftanstalt für Drogenhändler und radikale Islamisten dienen. Die Ankündigung erfolgte während eines Besuchs des Justizministers in der Region.

    Gérald Darmanin Hochsicherheitsgefängnisse
    Der französische Justizminister Gérald Darmanin bei einer Medienkonferenz, am 7. April 2025 im Justizministerium in Paris, nachdem der Lenkungsausschuss zur Schaffung von Hochsicherheitsgefä - keystone

    Darmanin erklärte gegenüber der Zeitung «Le Journal du Dimanche», dass das Gefängnis organisiertem Verbrechen im gesamten Drogenhandel-Netzwerk entgegenwirken soll. Das 400 Millionen Euro teure Projekt könnte bereits 2028 seine Pforten öffnen. Errichtet wird es tief im Amazonas-Dschungel in der nordwestlichen Region Saint-Laurent-du-Maroni.

    Gefährliche Kriminelle unter strengster Kontrolle

    Die Entscheidung für den Bau folgt auf eine Reihe gewalttätiger Vorfälle, die mit kriminellen Banden in Verbindung gebracht werden. Gefängnisse und deren Personal in ganz Frankreich wurden dabei ins ins Visier genommen.

    Gefängnis
    In Frankreich wurden mehrere Gefängnisse mit Brandsätzen und automatischen Waffen angegriffen. (Symbolbild) - unsplash

    Das neue Gefängnis wird Platz für bis zu 500 Insassen bieten. Ein separater Trakt ist speziell zur Unterbringung der gefährlichsten Straftäter vorgesehen.

    Darmanin fügte hinzu, dass die Einrichtung dazu dienen wird, Personen «am Anfang der Drogenroute» festzunehmen. Sie soll als «dauerhaftes Mittel zur Entfernung der Köpfe der Drogenschmuggelnetzwerke» in Festlandfrankreich fungieren.

    Isolation als Strategie gegen Kriminalität

    Französisch-Guayana liegt an der Nordostküste Südamerikas und ist eine Region Frankreichs. Die Bewohner sind wahlberechtigt in französischen Wahlen und haben Zugang zum französischen Sozialversicherungssystem sowie anderen Subventionen. Die grosse Entfernung vom französischen Festland bedeutet laut Darmanin jedoch auch: Die Drogenbosse «werden keinen Kontakt mehr zu ihren kriminellen Netzwerken haben».

    Die französischen Behörden hatten lange Zeit Schwierigkeiten mit dem Einschleusen von Mobiltelefonen ins Gefängnisnetzwerk. Zehntausende sind bekanntermassen in den französischen Gefängnissen im Umlauf. Anfang dieses Jahres kündigte die französische Regierung neue Gesetze an, um gegen die Aktivitäten krimineller Banden vorzugehen.

    Neue Massnahmen zur Bekämpfung organisierter Kriminalität

    Die Massnahmen beinhalten die Schaffung einer speziellen Abteilung der Staatsanwaltschaft zur Bekämpfung organisierter Kriminalität. Sie führen auch zusätzliche Befugnisse für Ermittler ein und gewähren Informanten einen besonderen Schutzstatus.

    Sollte Drogenhandel härter bestraft werden?

    Zudem ist die Errichtung neuer Hochsicherheitsgefängnisse geplant – einschliesslich der Einrichtung in Französisch-Guayana – um die mächtigsten Drogenbarone festzuhalten. Dabei gelten strengere Regeln für Besuche und Kommunikation mit der Aussenwelt.

    Reaktion auf «terroristische» Angriffe auf Gefängnisse

    In den letzten Monaten hat Frankreich eine Reihe von Angriffen auf Gefängnisse erlebt, die Darmanin als «terroristische» Vorfälle bezeichnet hat. Diese waren als Reaktion auf die neue Gesetzgebung der Regierung erfolgt.

    Emmanuel Macron Gérald Darmanin
    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (3. v. r.) und Justizminister Gérald Darmanin (r.) nehmen an einer Gedenkzeremonie teil, am ersten Jahrestag des Todes zweier Gefängniswärter während de - keystone

    Die Täter dieser Angriffe haben Fahrzeuge vor Gefängnissen in Brand gesetzt. Das Gefängnis «La Farlede» in Toulon wurde von Schüssen getroffen. In einigen Fällen haben sich die Täter dieser Angriffe als Verteidiger der Rechte von Gefangenen dargestellt.

    Kommentare

    User #4369 (nicht angemeldet)

    Habt ihr jemals Papillon gesehen? Könnte also noch viel schlimmer kommen, so wie es schon mal war, also jammert nicht und werdet nicht kriminell!

    User #4225 (nicht angemeldet)

    Die Schweiz hat noch Lerndefizite!

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