Experte warnt: Blockieren Huthis nun zweite Meerenge?
Die Huthi-Miliz greift in den Iran-Krieg ein und könnte eine Meerenge blockieren. Experten warnen vor gravierenden Folgen für die Weltwirtschaft.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Huthi-Miliz hat Ziele in Israel angegriffen.
- Sie könnte die Meerenge Bab-el-Mandab blockieren.
- Rund zwölf Prozent des Welthandels passieren die Meeresstrasse.
Bislang hielt sich die Huthi-Miliz im Jemen zurück. Am Samstag griff sie dann Ziele in Israel an, der Schritt wird als möglicher Kriegseintritt interpretiert. Und davor warnen Experten.
Denn es wird als Möglichkeit angesehen, dass die Meerenge Bab-al-Mandab blockieren könnte. Diese verbindet das Arabische Meer mit dem Roten Meer und damit mit dem Mittelmeer. Rund zwölf Prozent des Welthandels passieren die an der engsten Stelle bloss 26 Kilometer breite Meeresstrasse.
Houssein al-Malla vom Giga-Institut warnt im «Tagesspiegel» vor einer «dramatischen Ausweitung der maritimen Dimension des Krieges». Angriffe in der Meerenge würden grossen Schaden anrichten und die wirtschaftliche Situation noch einmal dramatisch verschärfen. Die Auswirkungen selbst begrenzter Angriffe würden überproportional sein.
Auch Ahmed Nagi, Jemen-Analyst bei der Denkfabrik International Crisis Group warnt in der «Welt» vor einer möglichen Blockade. Dadurch würden nicht nur die Ölpreise in die Höhe getrieben, sondern auch «die gesamte maritime Sicherheit» kompromittiert. «Die Auswirkungen wären nicht nur auf den Energiemarkt begrenzt.»
Iran drohte mit Schliessung zweiter Meerenge
Angesichts der Blockade der Strasse von Hormus hat die Meerenge Bab-al-Mandab an Bedeutung gewonnen. Ein Grossteil des Öls verschifft Saudi-Arabien neu vom Hafen Janbu am Roten Meer. Wird die Meerenge blockiert, können die Golfstaaten ihr Öl praktisch nicht mehr an den asiatischen Markt liefern.
In einem Interview mit «Al Jazeera» warnte kürzlich ein iranischer Militärvertreter, sein Land könnte eine zweite Meeresstrasse schliessen. Für Teheran wäre dies relativ risikoarm möglich, da die Huthis diese Aufgabe übernehmen könnten.
Bereits während des Gaza-Kriegs schränkte die Miliz den Welthandel stark ein: Sie griff immer wieder Schiffe mit angeblichen Verbindungen zu Israel im Roten Meer an. Einige Reedereien vermieden deswegen diese Route.
















