EU fordert Präsidentschafts-Stichwahl in Bolivien

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    Bolivien,

    Die Europäische Union hat im Streit um den Ausgang der Präsidentschaftswahl in Bolivien eine Stichwahl gefordert.

    Evo Morales
    Evo Morales - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Teilergebnis sieht Sieg von Amtsinhaber Morales in der ersten Wahlrunde.

    Die laufende Stimmauszählung der ersten Wahlrunde sollte beendet und eine zweite Runde angesetzt werden, erklärte eine Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini am Donnerstag. Das sei die beste Möglichkeit, «Vertrauen» wiederherzustellen und die «demokratische Entscheidung der bolivianischen Bevölkerung» zu respektieren.

    In Bolivien wird seit Tagen über den Ausgang der Präsidentschaftswahl gestritten. Nach Auszählung fast aller Stimmen konnte sich Amtsinhaber Evo Morales im ersten Wahlgang durchsetzen und müsste damit nicht in die Stichwahl gegen seinen Herausforderer Carlos Mesa. Das Ergebnis wird aber in Bolivien und international stark angezweifelt.

    Für einen Sieg bereits in der ersten Runde benötigt ein Kandidat nach bolivianischem Wahlrecht entweder mehr als 50 Prozent der Stimmen oder aber mehr als 40 Prozent und mindestens zehn Punkte Abstand zum Zweitplatzierten. Die neuesten Zahlen sehen Morales bei 47,07 Prozent und Mesa bei 36,52 Prozent.

    Mesa wirft dem Präsidentenlager Wahlbetrug vor und hat erklärt, die Ergebnisse nicht anerkennen zu wollen. Er forderte seine Unterstützer auf, auf den Strassen Boliviens gegen das Wahlergebnis zu protestieren.

    Der seit 2006 regierende Morales hatte bislang alle Präsidentschaftswahlen im ersten Wahlgang gewonnen. Bei einer Wiederwahl könnte der ehemalige Kokabauer und erste indigene Staatschef des südamerikanischen Landes bis 2025 im Amt bleiben.

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