In der diplomatischen Krise zwischen Deutschland und Marokko zeichnet sich eine Entspannung ab.
Marokko geht als Aussenseiter ins Rennen.
Marokko geht als Aussenseiter ins Rennen. - dpa

Das marokkanische Aussenministerium begrüsste am Mittwoch «positive Äusserungen und konstruktive Haltungen» der neuen Bundesregierung, wie die staatliche marokkanische Nachrichtenagentur MAP meldete. Diese seien geeignet, eine Wiederaufnahme der bilateralen Beziehungen und eine Rückkehr zu einer normalen diplomatischen Vertretung zu gestatten.

Marokko hatte im Mai aus Verärgerung über die deutsche Aussenpolitik seine Botschafterin in Berlin zu Konsultationen zurückgerufen.

Hintergrund war unter anderem der Streit um die Westsahara, die Marokko für sich beansprucht. Deutschland habe wiederholt feindselig gegen die höheren Interessen Marokkos gehandelt, hiess es. Das Auswärtige Amt erklärte, die Vorwürfe seien nicht nachvollziehbar.

Der Gebietsanspruch Marokkos auf die südlich der Landesgrenze gelegenen Westsahara wird international nicht anerkannt. Allerdings bestätigte der damals bereits abgewählte, aber noch amtierende US-Präsident Donald Trump im Dezember Marokkos Souveränität über die dünn besiedelte Region. Deutschland kritisierte diese Entscheidung und berief eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats dazu ein. Das nordafrikanische Land war dem MAP-Bericht zufolge zudem verstimmt, weil es 2020 nicht zur Berliner Libyen-Konferenz eingeladen wurde.

In einem Anfang vergangener Woche veröffentlichten Beitrag auf seiner Internetseite würdigt das Auswärtige Amt Marokko als «ein wichtiges Bindeglied zwischen Nord und Süd». Das Land sei ein zentraler Partner der EU und Deutschlands in Nordafrika und spiele «eine wichtige Rolle für die Stabilität und nachhaltige Entwicklung in der Region». Die marokkanische Nachrichtenseite Hespress meldete zugleich, das Aussenministerium in Berlin habe in einer Stellungnahme an das Medium sein Bedauern über die Krise zwischen den beiden Ländern ausgedrückt.

Mehr zum Thema:

Donald Trump EU