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    «Einfallstor» für Moskau: Nehammer klar gegen FPÖ-Koalition

    Keystone-SDA
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    Österreich,

    Karl Nehammer, Österreichs Kanzler, lehnt eine künftige Koalition mit der rechten FPÖ ab.

    Karl Nehammer
    «Ein breites Bündnis der Mitte kann die Stabilität bieten, die Österreich jetzt dringend benötigt», sagte Kanzler und ÖVP-Chef Karl Nehammer. (Archivbild) - AFP/Archiv

    Mit Hinweisen auf Österreichs NS-Geschichte und russische Geheimdienst-Aktivitäten hat Kanzler Karl Nehammer eine künftige Koalition mit der rechten FPÖ unter Parteichef Herbert Kickl endgültig ausgeschlossen. Koalitionsverhandlungen zwischen Nehammers konservativer ÖVP und der sozialdemokratischen SPÖ werden nun immer wahrscheinlicher.

    Er werde nicht «den Steigbügelhalter für Herbert Kickl» machen, sagte Nehammer nach einem ersten Sondierungstreffen mit Kickl. Die FPÖ erhebt nach ihrem Sieg bei der Parlamentswahl Ende September den Kanzleranspruch. Die Rechten werben für eine Koalition mit Nehammers konservativer ÖVP, die auf den zweiten Platz verwiesen wurde. Auch keine andere Partei möchte mit der FPÖ zusammenarbeiten.

    Nehammer betonte, dass er die Sorgen der FPÖ-Wähler bezüglich Sicherheit, Migration und dem politischen Islam teile. Lösungen müssten jedoch im Einklang mit der Rechtsstaatlichkeit umgesetzt werden. Dabei gelte es, «aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, auch den dunkelsten Stunden, die Österreich erlebt hat», sagte Nehammer in einer Pressekonferenz.

    Kritik an radikaler Rhetorik

    «Seine Rhetorik ist geprägt von Angst und Radikalisierung», sagte Nehammer über Kickl. Der ÖVP-Chef erinnerte etwa an Kickls wohlwollende Haltung gegenüber der Identitären Bewegung, die vom österreichischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird.

    Zuletzt hatten ÖVP und FPÖ zwischen 2017 und 2019 gemeinsam regiert. Damals sei Kickl als Innenminister für die Zerschlagung der Verfassungsschutzbehörde verantwortlich gewesen, sagte Nehammer. Den Interessen Russlands sei dadurch ein «Einfallstor geöffnet» worden, meinte er. Die FPÖ gilt nicht zuletzt wegen ihrer Ablehnung der kriegsbedingten Sanktionen gegen Russland als Moskau-freundlich.

    Am Mittwoch trifft Nehammer den Chef der sozialdemokratischen SPÖ, Andreas Babler, zu einem weiteren Sondierungsgespräch. Eine Koalition zwischen diesen beiden Parteien, möglicherweise zusammen mit den liberalen Neos, gilt derzeit am wahrscheinlichsten.

    Kommentare

    User #5733 (nicht angemeldet)

    Die ÖVP war bei den Themen im Wahlkampf mit der FPÖ zu 90% deckungsgleich. Mit allen anderen weit weniger. Und trotzdem will die ÖVP auf dieser Basis von diesen Themenübereinstimmungen keine Koalition zusammen mit 55% Stimmenanteil machen? Das ist unverständlich.

    Contamination

    Die ÖVP ist seit 1986 durchgängig in der Regierung. In dieser Zeit ist die Einwohnerzahl von 7,5 auf 9,2 Millionen, die Anzahl der Muslime von 100.000 auf 800.000 und der Anteil der Menschen mit migrantischem Hintergrund von weniger als 10 auf fast 30 Prozent gestiegen. Unsere Entscheidung schon vor einigen Jahren nach Australien auszuwandern war völlig richtig und gut.

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