Caritas

    Caritas fordert zum Jubiläum mehr Mut im Kampf gegen Armut

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Caritas Schweiz feiert am kommenden Mittwoch sein 125-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums fordert das Hilfswerk mehr politischen Mut im Kampf gegen die Armut – auch in der Schweiz.

    Armut
    Caritas fordert mehr Mut im Kampf gegen Armut. - keystone

    Die Fortschritte in der weltweiten Armutsbekämpfung sind ins Stocken geraten. Rund um den Globus seien rund 1,1 Milliarden Menschen von Armut betroffen, teilte Caritas Schweiz mit. Faktoren wie die Klimakrise, Kriege und wachsende Ungleichheit würden die Lage noch verschärfen, während reiche Länder ihre Beiträge für die internationale Zusammenarbeit kürzten.

    Auch hierzulande sei die Armut ein chronisches Problem. Insgesamt 1,45 Millionen Menschen lebten in der Schweiz unter oder knapp über dem Existenzminimum, was jeder sechsten Person entspreche, darunter 315'000 Kinder. Besonders häufig treffe Armut Alleinerziehende, Personen ohne nachobligatorische Bildung, grössere Familien, Ausländerinnen und Ausländer sowie Erwerbslose.

    Gleichzeitig stünden Sozialleistungen und Grundrechte unter Druck. Familien am Existenzminimum seien enormen Belastungen ausgesetzt. Menschen ohne Schweizer Pass riskierten ihr Aufenthaltsrecht bei Sozialhilfebezug, und bei Geflüchteten werde die Sozialhilfe gekürzt.

    Beim Bund, bei den Kantonen und bei den Gemeinden fehle es an einer Strategie, um das Problem wirksam anzugehen. Es brauche in der Politik «mehr Mut im Kampf gegen Armut».

    «Wir haben viele Instrumente bereits in der Hand: Ein Ausbau der Prämienverbilligungen würde Menschen mit zu geringem Einkommen schnell und unbürokratisch entlasten», sagt Esther Reinhard, interimistische Direktorin von Caritas Schweiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

    Familien-Ergänzungsleistungen, wie sie einzelne Kantone bereits kennen, wirkten «gezielt» gegen Familienarmut. Dabei handelt es sich gegenwärtig um die Kantone Freiburg, Genf, Solothurn, Tessin und Waadt.

    Hürden beim Zugang zu berufsspezifischen Weiterbildungen abzubauen, würde zudem «Menschen helfen, ihre beruflichen Chancen und ihr Einkommen langfristig zu verbessern», so Reinhard weiter.

    Und auch die soziale Absicherung von Migrantinnen und Migranten dürfe nicht weiter geschwächt werden. Auch weltweit müsse die Schweiz Verantwortung übernehmen, und dürfe «bei der Armutsbekämpfung nicht weiter den Rotstift ansetzen».

    Um die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren, eröffnete Caritas unlängst eine Ausstellung mit dem Titel «Ungleich verteilt – was Armut mit uns zu tun hat», die noch bis zum 30. September am Hauptsitz in Luzern besucht werden kann.

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    Kommentare

    User #1369 (nicht angemeldet)

    ich bezahle über 20000 CHF steuern, da müsste doch etwas für einheimissche Bedürftige übrig bleiben, oder?

    User #1580 (nicht angemeldet)

    Caritas macht noch ein Geschäft aus der Armut anderer.

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