Brustkrebsnetzwerk fordert Vorsorge bei hormonaktiven Stoffen
Das Westschweizer Brustkrebsnetzwerk warnt vor hormonaktiven Substanzen als möglichem Risikofaktor. Zu seinem 25-Jahr-Jubiläum fordert das Netzwerk mehr Prävention und Forschung zu Umwelteinflüssen auf die Entstehung von Brustkrebs.

Der Zusammenhang zwischen Chemikalien, die das Hormonsystem beeinflussen können – sogenannten endokrinen Disruptoren – und Brustkrebs sei inzwischen ausreichend belegt, um das Vorsorgeprinzip anzuwenden, sagte die Genfer Genetik-Professorin Ariane Giacobino am Dienstag an einer Konferenz zum 25-jährigen Bestehen des Netzwerks vor den Medien.
Giacobinos Forschung habe gezeigt, dass die Belastung mit solchen Stoffen die Aktivität bestimmter Gene verändern könne. Besonders empfindlich sei der Körper während der Schwangerschaft, in der frühen Kindheit und in der Pubertät. Eine Belastung in diesen Lebensphasen könne das Brustkrebsrisiko im Erwachsenenalter erhöhen.
Endokrine Disruptoren kommen in zahlreichen Alltagsprodukten vor, etwa in Reinigungsmitteln, Verpackungen, Kleidern, Möbeln und Spielzeug. Auch die Krebsforscherin Cathrin Brisken, Professorin am Institute of Cancer Research in London und an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL), weist auf mögliche langfristige Auswirkungen hin. Ein Beispiel ist Bisphenol A. Die Substanz könne sich im Brustgewebe anreichern, sagte Khalil Zaman, Leiter des Brustzentrums am Universitätsspital Lausanne (Chuv) und Co-Präsident des Netzwerks.
Angesichts der steigenden Zahl von Brustkrebserkrankungen fordert das Netzwerk eine Bestandsaufnahme der Produkte, die im Verdacht stehen, hormonabhängige Krebsarten zu fördern.










