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Britischer Ex-Botschafter Mandelson kommt auf Kaution frei

Keystone-SDA
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Grossbritannien,

Peter Mandelson ist nach seiner Festnahme wieder auf Kaution frei. Er soll sensible Regierungsinfos an Epstein weitergegeben haben.

Peter Mandelson
Der frühere britische US-Botschafter Peter Mandelson. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ex-Botschafter Mandelson ist auf Kaution frei nach der Festnahme im Epstein-Skandal.
  • Der Verdacht: Mandelson soll Regierungsinformationen an Epstein weitergegeben haben.
  • Es gibt eine Regierungskrise in London wegen Mandelsons Verbindung zu Epstein.

Der im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal festgenommene britische Ex-Botschafter in den USA, Peter Mandelson, ist auf Kaution wieder freigelassen worden. An zwei Adressen seien Hausdurchsuchungen erfolgt, die Ermittlungen liefen weiter, erklärte die Polizei in London am frühen Morgen. Die Ermittler hatten den einstigen Wirtschaftsminister am Montag festgenommen.

In der neuen Pressemitteilung der Polizei wurde Mandelson wie üblich nicht namentlich genannt, sondern nur als 72-jähriger Ex-Minister beschrieben, dem Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen wird. Zu dem Fall würden bis auf weiteres keine zusätzlichen Informationen preisgegeben, hiess es weiter.

Jeffrey Epstein
Jeffrey Epstein brachte sich in der Zelle um. Er galt als einer der Haupttäter des Falls. - keystone

Mandelson war wegen seiner engen Beziehung zum inzwischen verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in den Fokus der Ermittlungen geraten. Der Fall löste eine Regierungskrise in London aus, in deren Verlauf das Amt von Premierminister Keir Starmer zeitweise am seidenen Faden zu hängen schien.

Epstein-Akten bringen Mandelson unter Druck

Hintergrund waren die jüngsten Veröffentlichungen aus den Epstein-Akten des US-Justizministeriums. Daraus scheint hervorzugehen, dass Mandelson nicht nur enger mit dem Multimillionär Epstein verbandelt war als zuvor bekannt, sondern diesem auch sensible Regierungsinformationen während der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zugespielt haben könnte. Mandelson war zu Zeiten der Krise von 2008 bis 2010 Wirtschaftsminister unter dem damaligen Premierminister Gordon Brown.

Den Akten zufolge soll Mandelson unter anderem die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Euro-Krise bereits einen Tag vor deren Verkündung an Epstein weitergegeben haben.

Ist es in Ordnung, dass Mandelson frei ist?

Für Starmer wurde es brenzlig, weil er zugeben musste, von der Freundschaft zwischen Mandelson und dem da bereits rechtskräftig verurteilten Straftäter Epstein gewusst zu haben, als er ihn im vergangenen Jahr zum britischen Botschafter in Washington machte.

Diesen Posten musste Mandelson nur Monate später im September wegen des Skandals wieder räumen. Zum Verhängnis wurde Mandelson vor allem, dass er die Freundschaft zu Epstein auch nach dessen Verurteilung wegen erzwungener Prostitution einer Minderjährigen aufrechterhielt. Auch das war Starmer bekannt.

Mandelson schüttelt Regierungspartei durch

Vor gut zwei Wochen traten mehrere Vertraute des Regierungschefs von der sozialdemokratischen Labour-Partei wegen der Ernennung Mandelsons zurück – darunter sein Stabschef und enger politischer Berater Morgan McSweeney.

Mandelson selbst verlor seinen Sitz im britischen Oberhaus. Auch der Lord-Titel soll ihm nach dem Willen des Regierungschefs entzogen werden.

Der 2019 in Haft gestorbene Multimillionär Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring mit einer bis heute nicht gänzlich bekannten, aber offenkundig sehr grossen Zahl an Opfern betrieben. Zugleich unterhielt er enge Kontakte zu höchsten Kreisen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Adel.

In Grossbritannien hält der Epstein-Skandal schon seit Wochen Regierung und Palast in Atem. In der vergangenen Woche wurde auch der frühere Prinz Andrew wegen ähnlicher Vorwürfe zeitweise festgenommen.

Kommentare

User #4301 (nicht angemeldet)

Mandelson sollte einen Orden bekommen. Wir die LGBTQ Gesellschaft lieben ihn.

User #1950 (nicht angemeldet)

Alle einsperren, aber wer regiert dann?

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