«Wäre gescheiter»: Amherd bittet Linke um Kampfjet-Kapitulation

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Bern,

    Viola Amherd will die Kampfjet-Initiative nicht abwarten, sondern die F-35 zeitnah kaufen. Demokratiepolitisch sei die Initiative fragwürdig.

    Amherd
    Verteidigungsministerin Viola Amherd und Armee-Chef Thomas Süssli wollen den F-35 kaufen. Initianten wollen diesen schon vor der Anschaffung grounden. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Bundesrat kann den Kampfjet kaufen, ohne die Initiative abzuwarten.
    • Dies ist laut VBS-Chefin Amherd demokratiepolitisch unbedenklich.
    • Aus ihrer Sicht wäre es gescheiter, die Initiative zurückzuziehen.

    Die Schweiz braucht neue Kampfflugzeuge. Dies hat das Volk im September 2020 beschlossen und einen Kredit hauchdünn genehmigt. Der Bundesrat hat anschliessend die vier in der Abstimmung erwähnten Typen analysiert und sich für den amerikanischen F-35 entschieden. Dagegen wurde von linker Seite die Stopp F-35-Initiative lanciert.

    Trotzdem kann der Bundesrat den Kaufvertrag bis Ende März 2023 unterschreiben, bevor die Offerte verfällt. Er muss also nicht die Initiative und die Abstimmung abwarten. Die Beschaffung der 36 F-35 sei demokratiepolitisch sehr gut aufgegleist, verteidigt VBS-Chefin Viola Amherd das Vorgehen. Denn das Volk habe den Kredit bereits gesprochen, sagt sie im Interview mit SRF.

    F-35
    Die F-35 des US-Herstellers Lockheed Martin während der Evaluation in der Schweiz auf dem Flughafen Payerne. - Nau.ch

    Demokratiepolitisch fragwürdig sei es eher, einen vom Volk legitimierten Entscheid nachträglich in Frage zu stellen, kritisiert die Verteidigungsministerin die Initiative. Die Gegner sollten sich überlegen, ob ein Rückzug nicht «gescheiter» wäre.

    Dies begründet die Armee-Chefin mit der aktuellen Situation: «Andere Länder bestellen das gleiche Flugzeug. Wir riskieren, Zeit zu verlieren, weil andere vor uns beliefert werden könnte.»

    Soll der Bundesrat den Kampfjet kaufen, ohne die Initiative abzuwarten?

    Angesichts der wegen des russischen Angriffskriegs veränderten Sicherheitslage in Europa stockt das Parlament das Schweizer Armeebudget auf. Damit sollen zurückgestellte Projekte nun endlich umgesetzt werden, wiederholt Amherd, was viele vor ihr bereits gesagt haben. Beispielsweise in den Bereichen Cyber, elektromagnetischer Raum, Führungsfahrzeuge und Mörser 12. Dafür stehen der Armee ab 2030 rund sieben Milliarden Franken pro Jahr zur Verfügung.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Ukraine krieg «Arena»
    102 Interaktionen
    Will nachrüsten
    Kampfflugzeuge des Typs F-35
    35 Interaktionen
    Bis im Frühjahr 2023

    MEHR AUS STADT BERN

    8 Interaktionen
    Bern
    YB FCZ
    41 Interaktionen
    3:5 gegen FCZ
    1 Interaktionen
    Bern