Wallis bekämpft Tigermücken nach importiertem Krankheitsfall

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Saillon,

Nach einem importierten Fall einer durch Stechmücken übertragenen Krankheit bekämpfen die Walliser Behörden in Fully gezielt die Tigermücke. Mit der vorsorglichen Behandlung soll das äusserst geringe Risiko einer Übertragung auf weitere Personen verhindert werden.

Kürzlich wurden in einem Testgebiet in Losone im Tessin sterilisierte männliche Tigermücken freigelassen. (Archivbild)
Kürzlich wurden in einem Testgebiet in Losone im Tessin sterilisierte männliche Tigermücken freigelassen. (Archivbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die betroffene Person hatte sich die Krankheit während eines Auslandsaufenthalts zugezogen, wie der Kanton Wallis am Mittwoch mitteilte. Da die Tigermücke in der Region nachgewiesen wurde, ordnete das Kantonsarztamt im Wohnquartier der erkrankten Person eine Behandlung mit Mitteln gegen Mückenlarven und ausgewachsene Tigermücken an.

Ziel der Massnahme ist es, die Mückenpopulation möglichst stark zu reduzieren. Zwar sei das Risiko sehr gering. In seltenen Fällen könne jedoch eine Tigermücke beim Stich einer infizierten Person das Virus aufnehmen und später auf andere Menschen übertragen.

Die Behandlung wird von spezialisierten Fachkräften im Auftrag des Kantons durchgeführt. Sie erfolgt am Abend, da das eingesetzte Insektizid durch Sonneneinstrahlung rasch an Wirksamkeit verliert. Behandelt wird ausschliesslich niedrige Vegetation, in der sich die Tigermücke bevorzugt aufhält. Da Privatgrundstücke betroffen sind, ist die Zustimmung der Eigentümer oder Mieter erforderlich.

Der Kanton orientiert sich dabei an Erfahrungen aus dem Tessin und aus Frankreich, wo solche Einsätze seit Jahren durchgeführt werden. Der Behandlungsperimeter richtet sich nach der begrenzten Flugdistanz der Tigermücke, die in der Regel nicht weiter als rund 100 Meter fliegt.

Die ursprünglich aus Asien stammende Tigermücke wurde im Wallis erstmals 2019 nachgewiesen. Inzwischen hat sie sich in mehreren Gemeinden der Rhoneebene ausgebreitet, darunter auch in Fully. Begünstigt wird ihre Ausbreitung laut den Behörden durch den Klimawandel.

Der Kanton ruft die Bevölkerung dazu auf, stehendes Wasser in Gärten und auf Balkonen zu vermeiden, damit sich die Tigermücke nicht vermehren kann. Verdächtige Funde sollen über das Schweizer Mückennetz gemeldet werden.

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