SVP

    SVP-Nationalrat Glarner will Doppelbürger nicht mehr im Parlament

    Rebekka Affolter
    Rebekka Affolter

    Bern,

    SVP-Nationalrat Andreas Glarner wagt einen neuen Vorstoss. Demnach soll Doppelbürgern nicht mehr erlaubt sein, ein Teil des Schweizer Parlaments zu werden.

    Andreas Glarner SVP
    SVP-Asylchef Andreas Glarner plädiert für eine Lockerung bei den Vorgaben für die private Unterbringung von Flüchtlingen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Andreas Glarner will ein Verbot für Doppelbürger im National- und Ständerat.
    • Dafür reichte der SVP-Nationalrat bereits ein Gesuch ein.

    SVP-Nationalrat Andreas Glarner ist für seine Provokationen bekannt. Auch wegen seiner neusten Forderung musste er nun reichlich Kritik einstecken. Ginge es nach ihm, würde es im Stände- und Nationalrat keine Doppelbürger geben.

    SVP andreas glarner
    SVP-Nationalrat Andreas Glarner wehrt sich gegen die Vorwürfe. - Keystone

    Demnach möchte Glarner nun ein solches Verbot durchsetzen. Gegenüber der «SonntagsZeitung» sagt der 57-Jährige: «Ich reiche einen Vorstoss ein, mit der Forderung, dass Doppelbürger nicht mehr ins eidgenössische Parlament gewählt werden.»

    Glarner scheint derzeit den Streit mit Doppelbürgern zu suchen. Letzte Woche kriegte er sich mit Doppelbürgerin und Nationalrätin Sibel Arslan in die Haare.

    Streit zwischen Arslan und Glarner

    Auf dem Bundesplatz entbrannte ein Streit zwischen der türkischstämmigen Nationalrätin und dem SVPler wegen der Klima-Demonstranten. Glarner stichelte dabei: In der Schweiz gelte Recht und Ordnung, «etwas, das es in deinem nicht gegeben hat, aber hier gibt es das».

    sibel arslan
    Ein Bild der Nationalrätin Sibel Arslan. - Keystone

    Dafür steckte Glarner jedoch gleich Kritik aus den eigenen Reihen ein. Zürcher SVP-Politiker Michael Frauchiger meint dazu: «Arslan ist ein Beispiel für erfolgreiche Integration, und du Andy, weisst nichts Besseres, als sie zutiefst rassistisch anzugehen!»

    Glarner betont nun jedoch: Die Forderung sei kein Angriff auf Arslan. «Im Gegenteil, für bisherige Parlamentsmitglieder soll diese neue Regelung auch im Falle einer Wiederwahl nicht gelten.»

    Die Doppelbürgerschaft müsse generell hinterfragt werden, zeigt sich Glarner überzeugt. Denn: «Die Leute lassen sich viel leichtfertiger einbürgern, wenn sie die ursprüngliche Staatsbürgerschaft behalten können.»

    Ähnlicher Vorstoss wurde bereits abgelehnt

    Dabei hat auch die SVP ein paar Doppelbürger im Parlament. So zum Beispiel Alfred Heer, Yvette Estermann und Yves Nydegger. Auch FDP-Bundesrat Ignazio Cassis war während seiner Zeit im Nationalrat ein Doppelbürger.

    Alfred Heer Alain Berset
    Alfred Heer von der SVP. - Keystone

    Dass Glarners Vorschlag angenommen wird, ist sehr unwahrscheinlich. Vor zwei Jahren gab es einen ähnlichen Vorstoss. Dieser wurde vom Nationalrat mit 129 zu 40 Stimmen abgelehnt.

    Auch wäre die Umsetzung sehr problematisch, meint Staatsrechtsprofessor Rainer J. Schweizer gegenüber der «SonntagsZeitung». Es bräuchte eine Verfassungsänderung, zudem würde das Verbot «im Konflikt mit der Europäischen Menschenrechtskonvention stehen». Laut Schweizers Einschätzung würde der Europäische Gerichtshof den Ausschluss der Doppelbürger nicht akzeptieren.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Gerhard Pfister Fabian Molina
    460 Interaktionen
    «Jungtürke!»
    Andreas Glarner Sibel Arslan
    390 Interaktionen
    «Urteilen Sie selbst»
    Andreas Glarner Sibel Arslan
    1'242 Interaktionen
    «Nimms zurück!»

    MEHR SVP

    esther friedli
    7 Interaktionen
    Parmelin-Nachfolge
    Ernst Wandfluh Wildcampieren Stellplätze
    31 Interaktionen
    Littering
    Piero Marchesi
    1 Interaktionen
    SVP-Politiker

    MEHR AUS STADT BERN

    sc bern
    Auch Tigers siegen
    3 Interaktionen
    Wohl kein Datendiebstahl
    YB Gerry Seoane GC
    12 Interaktionen
    Duell im Letzi
    Gaza-Demo
    136 Interaktionen
    Unbewilligt