Schweizer «Stifte» sollen besser betreut und geschützt werden
In der Lehre verunfallen in der Schweiz immer wieder junge Menschen. Die Jugendabteilung der Gewerkschaft Unia spricht von «alarmierenden Zahlen». Auf dem Bundesplatz haben Aktivistinnen und Aktivisten am Samstag bessere Schutzmassnahmen gefordert.

Rund 50 Aktivistinnen und Aktivisten und Sympathisierende verliehen den Forderungen am Samstag auf dem Bundesplatz Gehör. Auf Transparenten wurde angeprangert, dass jährlich rund 23'000 Lernende verunfallten, im Durchschnitt drei davon tödlich.
In der Schweiz sei das Unfallrisiko bei Lernenden doppelt so hoch wie bei anderen Erwerbstätigen, betonte Félicia Fasel, nationale Jugendsekretärin der Gewerkschaft Unia. Viele Lernende seien auch psychisch belastet. Besonders betroffen von Unfällen und Belastung seien Erstlehrjahresstifte.
Das duale Bildungssystem der Schweiz sei ein Erfolgsmodell, doch habe es eben auch eine Kehrseite, sagte Beda Lengwiler vom Vorstand der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände. Unfälle und Überlastung seien keine Einzelfälle, das belegten die konstanten Zahlen.
Zu Unfällen führen laut Unia etwa eine mangelhafte Betreuung der Lernenden oder ungenügende Ruhezeiten. Während die Betriebe wirtschaftlich von der Ausbildung profitierten, blieben Kontrollen unzureichend und der Schutz mangelhaft. Das müsse sich dringend ändern, forderten die Teilnehmenden einer Aktion auf dem Berner Bundesplatz am Samstag.
Lehrlinge bräuchten mehr Erholung und bessere Betreuung. Sie dürften nicht einfach als billige Arbeitskräfte dienen. Ebenso nötig sei eine bessere Ausbildung von Berufsbildenden sowie regelmässige und unangekündigte Kontrollen in den Lehrbetrieben.






