Wegen Planungsfehlern fallen Züge in der ganzen Schweiz aus, es fehlt an Lokpersonal. Die Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga äusserte sich dazu.
schweizerische Bundesbahnen
Auch der Fernverkehr soll Unterstützung erhalten. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen eines Planungsfehlers fehlen der SBB über 200 Lokführerinnen und -führer.
  • Daraus resultieren tägliche Ausfälle, die durch zusätzliche Massnahmen korrigiert werden.
  • Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga nahm dazu in einer Fragestunde Stellung.

Seit August ist bekannt, dass der SBB etwa 200 Lokführer fehlen. Bis zum Fahrplanwechsel fallen rund 200 Züge täglich aus; am stärksten betroffen sind die Westschweiz, das Mittelland, die Nordwestschweiz und Zürich.

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Bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 ist mit Zugausfällen zu rechnen. - Keystone

Auf den betroffenen Strecken werden – wenn nötig – Ersatzbusse eingesetzt. Pendlerinnen und Pendler müssen mit längeren Reisezeiten rechnen.

Bundesrat nimmt Stellung

Während der gestrigen Fragestunde im Nationalrat beantwortete Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga verschiedene Fragen zu den SBB-Problemen. Unter anderem wurden die Bahnlinie des «Läufelfingerli», der Lokführermangel, sowie die Türdefekte zum Thema.

Zu den Planungsfehlern und den Ausfällen sagt Sommaruga: «Der Bund erwartet von den SBB, dass alle bestellten und von der öffentlichen Hand finanzierten Angebote umgesetzt werden.» Die Verkehrsministerin fügt hinzu, dass ein allfälliger Schadenersatz unter Bestellern noch zu prüfen sei.

Simonetta Sommaruga
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga spricht im Nationalrat an der Herbstsession. - Keystone

«Der Bund wird sicherstellen, dass nichterbrachte Leistungen durch die Besteller finanziell nicht abgegolten werden», so Sommaruga weiter. Diese Leistungen würden auch nicht unter die vom Bund wegen der Covid-19-Pandemie zur Verfügung gestellten Ausfall-Entschädigungen fallen.

SBB ordnet interne Revision an

Auf Anfrage von Nau.ch sagt SBB-Sprecherin Sabine Baumgartner: «Wir bedauern sehr, dass wir die Leistungen nicht so fahren können wie bestellt.» Dafür entschuldige sich die SBB bei der Kundschaft und den Besteller-Kantonen erneut.

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Die SBB weist im ersten Halbjahr 2020 einen Verlust von 479 Millionen Franken aus. - Keystone

Eine interne Revision sei angeordnet worden, um Lösungen zu finden, bestätigt Baumgartner. Die finanziellen Auswirkungen eines möglichen Schadenersatzes könne die SBB derzeit noch nicht beziffern.

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