Konsternierte Isabel Moret. Die Präsidentin des Spitalverbandes H+ kritisierte die Pflegeinitiative scharf. Doch nun steht für sie die Umsetzung im Vordergrund.
Isabelle Moret
Isabelle Moret ist Präsidenten des Spitalverbandes H+. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Heute wurde die Pflegeinitiative vom schweizerischen Stimmvolk angenommen.
  • Der Spitalverband H+ war gegen die Vorlage.
  • Gemäss dessen Präsidentin Isabel Moret gelte es nun den Volkswillen umzusetzen.

In den Worten von FDP-Nationalrätin Isabelle Moret hat das Volk mit dem Ja zur Pflegeinitiative aus dem Herzen gesprochen. Politik und Krankenkassen müssten nun die nötigen Mittel für die Pflegenden zur Verfügung stellen, sagte die Präsidentin des Spitalverbandes H+.

Der Verband hatte sich gegen die Initiative gestellt und nahm jetzt Kenntnis vom Abstimmungsresultat.

Längere Umsetzung befürchtet

Mit dem Ja habe die Bevölkerung den Pflegenden ihre Unterstützung zugesichert; auch wenn das höhere Gesundheitskosten und Prämien zur Folge habe, sagte die Waadtländer Nationalrätin im Westschweizer Radio RTS.

Die Präsidentin von H+ sprach vor der Umsetzung der Initiative von «sehr grossen Befürchtungen». Der Bundesrat habe zunächst keinen Gegenvorschlag ausarbeiten wollen, und das Parlament sei erst unter dem Druck der Covid-19-Pandemie tätig geworden. Diese werde vielleicht zu Ende sein, wenn das Geschäft den Räten vorliege.

Finanzierungsweise noch offen

Auf Anfrage von Keystone-SDA bedauerte H+-Direktorin Anne-Geneviève Bütikofer die Ablehnung des indirekten Gegenvorschlages zur Initiative. Mit diesem hätten die Pflegeberufe rasch gestärkt werden können. Es gelte jetzt, eine möglichst breite wie schnelle Lösung zu finden.

H+-Direktorin
H+-Direktorin Anne-Geneviève Bütikofer. - Keystone

Dafür sei Geld nötig, und zwar mindestens so viel wie der indirekte Gegenvorschlag mit seiner Ausbildungsoffensive vorgesehen hätte, betonte Bütikofer. Von Bund und Kantonen erwartet sie, dass sie die Finanzierung im Gesetz verankern.

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