Orthographie-Konferenz fordert Ende staatlicher Rechtschreibregeln

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Bern,

Die Schweizer Orthographische Konferenz (SOK) fordert zwanzig Jahre nach der Rechtschreibreform ein Ende der staatlichen Regeln. Die geltende Orthographie sei fehlerhaft und verunsichere die Schreibenden.

Die Schweizer Orthographische Konferenz (SOK) ist vor zwanzig Jahren als Reaktion auf die Rechtschreibreform gegründet worden. (Archivbild)
Die Schweizer Orthographische Konferenz (SOK) ist vor zwanzig Jahren als Reaktion auf die Rechtschreibreform gegründet worden. (Archivbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Die umstrittene Reform und ihre Revisionen habe eine nachhaltige Verunsicherung und ein Gefühl der Beliebigkeit ausgelöst und damit «die rapide abnehmende Schreibkompetenz» mitverursacht, teilte die Schweizer Orthographische Konferenz (SOK) anlässlich ihres zwanzigjährigen Bestehens am Dienstag mit.

Der SOK zufolge sind die Fehler im Regelwerk von 2006 bis heute fast unverändert geblieben: So sei es nach wie vor amtlich verboten, das Wort «jedesmal» zu verwenden – obschon das fünfhundertjährige deutsche Wort längst üblich sei.

Auch das Rätsel um den «wohl bekannten Mangel» sei noch immer ungeklärt: Ist damit ein allen bekannter oder ein eher unbekannter Mangel gemeint? Auch die Grossschreibung von «einzelne» im Gegensatz zu «wenige» oder «einige» führt der SOK zufolge zu Widersprüchen.

Die Konferenz ruft deshalb dazu auf, dass die staatlichen Instanzen ihre Zuständigkeit für die Rechtschreibung abgeben. Das amtliche Regelwerk solle in seiner heutigen Form unabhängig überprüft werden. Ziel sei eine einheitliche und sich autonom entwickelnde Orthographie.

Die SOK wurde am 1. Juni 2006 als Reaktion auf die Revision der Rechtschreibreform von 1996 gegründet. Die «Neue deutsche Rechtschreibung» feiert in diesem Jahr ihr dreissigjähriges Jubiläum.

Kommentare

User #2629 (nicht angemeldet)

Bei der heutigen Sprachkompetenz innerhalb der CH Bevölkerung, ist Orthographie nutzlos!

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