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    Nationalrat will strengere Regeln für Einkaufstouristen schaffen

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Mit einer Motion will der Nationalrat den Einkaufstourismus bremsen. Der Ständerat entschied sich bereits einmal dagegen.

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    Die Konsumentinnen und Konsumenten kauften laut einer Studie häufiger über der Grenze ein als noch vor drei Jahren. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Einkaufstourismus soll gemäss Nationalrat mit einer Motion gebremst werden.
    • Dabei soll der Mindestbetrag für steuerfreie Einfuhren herabgesetzt werden.
    • Der Bundesrat sowie der Ständerat lehnen den Vorstoss jedoch ab.

    Der Nationalrat will den Einkaufstourismus bremsen. Er hat am Freitag mit 115 zu 54 Stimmen bei 10 Enthaltungen einer entsprechenden Motion seiner Finanzkommission (FK-N) zugestimmt.

    Konkret verlangt der Vorstoss, den Mindestbetrag herabzusetzen, bis zu dem für Einkäufe im Ausland keine Mehrwertsteuer bezahlt werden muss. Die Gesetzesvorlage soll die technischen Möglichkeiten wie etwa die Smartphone-App «Quickzoll» berücksichtigen.

    Diese Wertfreigrenze liegt derzeit bei 300 Franken pro Person und Tag. Erst wenn der Wert des im Ausland eingekauften diesen Betrag übersteigt, muss für den gesamten Warenwert die Mehrwertsteuer bezahlt werden.

    Wertfreigrenze der Bagatellgrenze anpassen

    Neben dem Vorschlag einer tieferen Wertfreigrenze schlägt die Motion vor, die Wertfreigrenze an die Ausfuhr-Bagatellgrenze des Herkunftslandes anzupassen. Bei dieser handelt es sich um den Mindesteinkaufsbetrag im Ausland. Dieser muss pro Verkaufsgeschäft oder pro Rechnung erreicht werden, damit die Mehrwertsteuer zurückerstattet wird.

    Einkaufstourismus Deutschland Grenze Schweiz
    Viele Schweizer fahren zum Einkaufen nach Deutschland. - Keystone

    Für Ausländer in der Schweiz beträgt der Mindesteinkaufsbetrag 300 Franken pro Verkaufsgeschäft. Ausländer bekommen die Mehrwertsteuer also erst zurückerstattet, wenn sie für mindestens 300 Franken einkaufen. Umgekehrt können die EU-Mitgliedstaaten eine Bagatellgrenze von maximal 175 Euro pro Verkaufsgeschäft festlegen. Beim Start des Euro entsprach dies annähernd 300 Franken.

    In Frankreich beträgt die Bagatellgrenze derzeit 175 Euro, in Österreich 75 Euro. Deutschland kannte bislang keine Bagatellgrenze. Die Regierung entschied jedoch Ende Juli, eine solche von 50 Euro einzuführen.

    Ueli Maurer und SP gegen Motion

    Der Bundesrat lehnt den Vorstoss ab. Laut Finanzminister Ueli Maurer löst dieser das Problem des Einkaufstourismus nicht. Viel mehr ins Gewicht fielen der starke Franken oder die höheren Löhne und Preise in der Schweiz.

    schweizer radio und fernsehen
    Finanzminister Ueli Maurer spricht an einer Pressekonferenz in Bern, übertragen vom Schweizer Radio und Fernsehen. - Keystone

    Auch die SP bezeichnete die Motion als falschen Weg für eine Lösung. Ansonsten stimmten aber alle Fraktionen mehrheitlich für die Motion. Diese geht nun an den Ständerat.

    Auch der Vorschlag der Kantone Thurgau und St. Gallen, wonach die Wertfreigrenze auf privaten Wareneinfuhren ganz abgeschafft werden soll, steht weiter im Raum. Neu soll bei sämtlichen Wareneinfuhren im Inland eine Mehrwertsteuer entrichtet werden, wenn diese im Ausland zurückerstattet wird.

    Nationalrat nimmt Standesinitiativen an

    Der Nationalrat sprach sich mit 108 zu 60 Stimmen bei 14 Enthaltungen für zwei entsprechende Standesinitiativen aus. Die darin skizzierte Lösung zur Eindämmung des Einkaufstourismus wäre in der Praxis nicht umsetzbar, kritisierte zwar Kommissionssprecher Beat Walti (FDP/ZH). Das vermochte eine Mehrheit im Rat aber nicht zu überzeugen.

    Die beiden Standesinitiativen gehen nun noch einmal an den Ständerat, der sie bei seiner ersten Beratung abgelehnt hatte.

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