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    Nationalrat will Hobbygärtnern den Kauf von Pestiziden erschweren

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Der Nationalrat hat am Mittwoch einer Motion von Maya Graf (Grüne/BL) zugestimmt. Der Kauf von Pestiziden soll auch Hobbygärtnern erschwert werden.

    Pestizid-Verbot
    Maya Graf (Grüne/BL) hatte die Motion eingereicht. Ursprünglich sah diese vor, den gebrauch von Pestiziden noch stärker einzuschränken. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Parlament stimmt einer Motion zu, die den Kauf von Pestiziden erschweren will.
    • Hobbygärtner sollen Pflanzenschutzmittel nur noch mit Ausbildung anwenden dürfen.
    • Der Bundesrat hielt die Motion für unverhältnismässig.

    Der Nationalrat will Hobbygärtnerinnen und -gärtnern den Griff nach Pestiziden erschweren. Sie sollen Pflanzenschutzmittel nur noch anwenden dürfen, wenn sie eine entsprechende Ausbildung haben.

    Pestizide Hobbygarten Graf Grüne
    Um die Pestizidbelastung in Böden zu verringern, sollen Hobbygärtnerinnen und -gärtner künftig nur noch nach abgeschlossener Ausbildung Pestizide anwenden dürfen. Das will eine Motion von Ständerätin Maya Graf (Grüne/BL). - Keystone

    Der Nationalrat hiess am Mittwoch eine entsprechend geänderte Motion von Ständerätin Maya Graf (Grüne/BL) mit 107 zu 84 Stimmen gut. Der Vorstoss geht zurück an den Ständerat.

    In ihrer anfänglichen Form hatte die Motion den Gebrauch von Pestiziden sogar noch stärker einschränken wollen. Freizeitgärtner hätten demnach nur noch für Menschen, Insekten und Gewässerlebewesen ungiftige Substanzen anwenden dürfen. Und das auch nur, wenn diese auf einer Liste des Bundes stehen. Pestizide für den Hobbygarten hätten zudem nur noch in kleinen Gebinden gebrauchsfertig verkauft werden dürfen.

    Bundesrat warnt vor «Aktivismus» im Nationalrat

    Der 2017 verabschiedete «Aktionsplan Pflanzenschutz» umfasse auch Produkte für nichtberufliche Verwender von Pestiziden. Damit begründete die Mehrheit der Wirtschaftskommission des Nationalrates (WAK-N) den neu vorgeschlagenen Weg. Es gebe bereits eine Liste von Produkten, die sich für die Anwendung im Privatgarten eigneten.

    Seit dem 1. Januar 2021 dürfen Pflanzenschutzmittel, die beruflichen Verwenderinnen und Verwendern vorbehalten sind, an Hobbygärtner nicht mehr verkauft werden. Weitere Arbeiten seien im Gang, so die Mehrheit.

    Pestizide
    Der Nationalrat hat der Motion von Maya Graf (Grüne/BL) knapp zugestimmt: Grüne, SP und GLP wollten den Kauf von Pflanzenschutzmitteln sogar noch stärker einschränken. - Keystone

    Der Bundesrat blieb trotz der Änderung bei seinem Nein. Innenminister Alain Berset warnte den Rat vor Aktivismus. Er habe einige Zweifel am Kurs-Obligatorium für Hobbygärtner, die möglicherweise einmal im Jahr ihre Rosenstöcke mit einem Pflanzenschutzmittel behandeln wollten. Das sei unverhältnismässig.

    Grüne, SP und GLP dafür

    Vertreterinnen und Vertreter von SP, Grünen und GLP wollten die Motion mit dem anfänglichen Wortlaut überweisen. Sie wollten Hobbygärtnern damit toxische Pflanzenschutzmittel ganz wegnehmen. SVP- und FDP-Vertreterinnen und Vertreter wiederum beantragten, die Motion abzulehnen.

    Verwenden Sie Pestizide in ihrem Garten?

    Zehn Prozent aller verkauften Pestizide würden in Privatgärten versprüht, hatte Motionärin Graf geltend gemacht. Das seien rund 200 Tonnen von teilweise hochgiftigen Wirkstoffen. Die nötigen Fachkenntnisse fehlten Hobbyanwendern oft, und viele seien über die Verbote und Vorschriften zum Umgang mit Pestiziden nicht informiert.

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